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Hassels
Müll türmt sich Hassels-Nord

Hassels: Müll türmt sich Hassels-Nord
Reiner Baum (l.) versieht seinen Dienst als Bezirksbeamter im Hochhausviertel Hassels-Nord. Gestern war sein Chef Thomas Decken mit vor Ort. Eins der immer noch ungeklärten Probleme der Siedlung ist der illegal entsorgte Müll. FOTO: Anne Orthen
Hassels. Thomas Decken, Leiter der Polizeiinspektion Düsseldorf-Süd, begleitet gestern den Bezirksbeamten Reiner Baum auf dessen Tour durch das Hochhausviertel. Das Viertel ist insgesamt nach dem Eigentümerwechsel auf einem guten Weg. Von Bernd Schuknecht

Die farbenfrohen Anstriche der LEG-Hochhäuser entlang Potsdamer- und Fürstenberger Straße vermitteln bereits optisch den Aufbruch in eine neue Ära. Und in der Tat scheint das einst problematische Quartier auf einem guten Weg. So lautet auch die Einschätzung von Reiner Baum, der gemeinsam mit einem Kollegen seit gut einem Jahr den Bezirksdienst der Polizei im Viertel übernommen hat. Eine zum Büro umfunktionierte Parterre-Wohnung an der Fürstenberger Straße 41 dient den beiden Polizeibeamten als Arbeitsplatz und den Anwohnern bei Bedarf als Anlaufstelle.

In regelmäßigen Abständen macht Baum, der am Dienstagmittag von Thomas Decken, Leiter der Polizeiinspektion Düsseldorf-Süd, begleitet wird, seine Runde. Die Bezirksbeamten sehen nach dem Rechten und präsentieren sich als Ansprechpartner für die Nachbarn.

Noch sind jedoch nicht alle Probleme des Viertels, das umfassend saniert wurde, gelöst. An vielen Ecken türmen sich nach wie vor Sperrmüllhaufen, bisweilen "angereichert" mit Plastiktüten voller Hausmüll. Diese unreflektierte Art mit dem Müll umzugehen sei häufig eine Frage der Mentalität. "Viele Bewohner sind zudem zu träge, um bis zum Müllcontainer zu gehen, sondern lassen ihren Abfall dann dort fallen, wo bereits Müll liegt", berichtet Baum seinem Chef.

Die Mitarbeiter von "die Musterknaben", ein privates Unternehmen, das sich speziell um die Sauberkeit im Viertel kümmert, leisten neben der städtischen Müll-Tochter Awista jede Menge Sisyphus-Arbeit. Ein besonderes Phänomen sind auch die Einkaufswagen der Discounter, die entlang der Altenbrückstraße überall herrenlos herumstehen. "Rund 200 haben Mitarbeiter des Reinigungsunternehmens vor einiger Zeit auf dem Hof eines Hochhauses gefunden. Doch auf meine Anregung an die jeweiligen Supermärkte, die Wagen von einer gemeinsam bezahlten Kraft zurücktransportieren zu lassen, kam bislang kein Echo", sagt Polizeihauptkommissar Reiner Baum kopfschüttelnd.

Entspannung herrscht im Hinblick auf die Sicherheit der Anwohner. "Die Kriminalitätsrate ist hier proportional nicht höher als in anderen Stadtteilen", sagt Thomas Decken, der allerdings auch betont, dass manche Streitigkeit unter den Streithähnen selbst geregelt werde. Auch sorgt eine von den Eigentümern beauftragte private Security-Patrouille dafür, dass die Sicherheit sich signifikant verbessert hat. Das rigorose Zurückschneiden von Büschen hat zudem einiges bewirkt. "An Stellen, wo früher mit Drogen gedealt wurde, passiert heute aufgrund verbesserter Einsehbarkeit nichts mehr", weiß Baum, der sich aber für die allgemeine Sicherheit noch eine verbesserte Beleuchtung insbesondere von Passagen und Parkplätzen wünscht.

Am heutigen Mittwoch geht Thomas Decken um 14 Uhr mit dem Bezirksbeamten Hans-Gerhard Wolff in Garath auf Doppelstreife.

Quelle: RP
 
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