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Oberkassel
Platanen sollen für Kita weichen

Oberkassel. 2014 wurde die Baugenehmigung für den Bau eines zweigeschossigen Kindergartens mit fünf Gruppen erteilt. Zu den festgesetzten Auflagen gehört, die drei Platanen zu erhalten. Jetzt sollen sie aber doch gefällt werden. Von Heide-Ines Willner

Der Altbau ist längst abgebrochen, doch rührt sich nichts auf der Baustelle an der Wettiner Straße 6. Das bleibt wohl vorerst auch so, denn die linksrheinischen Bezirksvertreter genehmigten die Fällung der drei mächtigen Platanen im Bereich des Baugrundstücks noch nicht und schoben die von der Verwaltung vorgelegte Beschlussvorlage auf die nächste Sitzung am 25. November. Einig waren sich alle Fraktionen, dass zunächst geprüft werden sollte, ob die Bäume nicht doch erhalten werden können.

Die Fachverwaltung betonte, dass die abgebrochene Kita auf einer Bodenplatte ohne Kellergeschoss gestanden habe. Der Neubau werde weitgehend auf denselben Außenkanten wie der Vorgängerbau errichtet und rücke also nicht näher an die Platanen heran. Trotzdem seien sie in Gefahr, weil für die künftigen Punktfundamente Ausschachtungen bis zu 80 Zentimetern Tiefe erforderlich seien. Das schade den Wurzeln, deshalb seien die Bäume nicht zu halten.

Grundlage ist ein vom Bauherrn vorgelegtes Gutachten. Demnach sind die Bäume durch den Orkan Ela bereits vorgeschädigt. "Auch wenn sie erhalten blieben, müssten die Kronen regelmäßig so zurückgeschnitten werden, dass am Ende lediglich Kopfplatanen übrig bleiben würden", so die Verwaltung. Darüber hinaus hätten ergänzende Suchschachtungen ergeben, dass die Haltewurzeln der Bäume durch die Bebauung geschädigt werden. Ein vom Gartenamt in Auftrag gegebenes Zweitgutachten bestätigte das. Darin heißt es, dass die Platanen wegen der Schäden im Kronen- und der zu erwartenden Eingriffe in den Wurzelbereich nicht mehr standfest seien. Ein Erhalt der Bäume sei nicht möglich. Als Ersatz leistet der Bauherr einen zweckgebundenen Beitrag in Höhe von 4500 Euro.

Sven Holly (CDU) wollte wissen, ob die Fällung unausweichlich sei und wie neue Pflanzungen auf dem Grundstück verwirklicht werden können. Tobias Kühbacher (SPD) stellte ernüchtert fest, dass die Bezirksvertretung wieder vor eine Situation gestellt werde, im Nachhinein Befreiungen von festgelegten Bedingungen zu genehmigen. "Die Kita bekommt ja keine Tiefgarage. Überlegt werden sollte, was gestalterisch gemacht werden kann, um die Bäume zu erhalten." Auch Markus Loh (Grüne) wunderte sich, dass der Bauherr nicht vorher reagiert habe und Georg Blanchard (Linke) ist überzeugt, dass eine Bebauung auch bei Erhalt der Bäume möglich sei. Bezirksbürgermeister Rolf Tups (CDU) regte an, die Ersatzbäume um die Kita herum zu pflanzen.

Auf eine Nachfrage hin hatte Investor Christian Paschertz angegeben, dass "wir alle Gutachten erbracht haben und demnach die Bäume nicht zu retten sind". Jetzt warte er ab und hoffe auf die Genehmigung zur Fällung, damit er mit dem Aufbau der Kita beginnen könne. Ob er auch den Zuschlag für das geplante Fünffamilienhaus im hinteren Teil des Grundstücks bekommen werde, sei noch nicht sicher. Der Vertrag mit der evangelischen Kirche als Grundstückeigentümerin sei noch nicht unterschrieben.

Paschertz betont, dass auch bei der dichteren Bebauung des Grundstücks der Freiraum für die Kinder nicht eingeschränkt werde. "Der ans Erdgeschoss des Neubaus angrenzende Bereich wird Hauptfreifläche." Auf dem Flachdach der Kita gebe es lediglich eine zusätzliche Fläche, die von der Einrichtung genutzt werden könne.

Quelle: RP
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