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Reisholz
"Philara" zieht aus Reisholz weg

Reisholz. Der Düsseldorfer Süden bietet eine beachtliche Anzahl von Kunstorten, Ateliers für Künstler ebenso wie Ausstellungsräume für Künstler und Kunstinteressierte. Eine herausragende Rolle bei den Ausstellungsterminen spielen seit sieben Jahren die Ausstellungen des Vereins Philara in den Räumen des Atelierhauses an der Walzwerkstraße 14. Allerdings sind die Tage von Philara-Ausstellungen, die dort regelmäßig hochrangige zeitgenössische Kunst präsentieren, gezählt. Von Bernd Schuknecht

Wenn die laufende Ausstellung "Rosa", in der Rosilene Luduvico und Sabrina Fritsch ihre Arbeiten spannungsreich zueinander in Beziehung setzen, am 13. Dezember schließt, dann endet damit auch die Philara-Ära in Reisholz. Ab Mai nächsten Jahres zieht der Kunstverein in die architektonisch neu gestalteten Räume einer ehemaligen Glaserei an der Birkenstraße 47 in Flingern, wo dann nicht nur die Sammlung optimal präsentiert werden kann, sondern dann auch wieder regelmäßig Ausstellungen stattfinden werden.

"Manchmal kann ich es fast selbst nicht glauben, wie sich meine Sammelleidenschaft mit den Jahren entwickelt hat", sagt Gil Bronner, der als Projektentwickler 2006 die ehemalige Leitz-Fabrik an der Walzwerkstraße in Reisholz erworben hat. Neben gewerblicher Nutzung sind in dem Gebäude auch rund 70 Ateliers für Künstler entstanden. Auf Anregung eines befreundeten Konzert-Pianisten, der auf der Suche nach einem Übungsraum war, reservierte Bronner für sich einen Raum im dritten Obergeschoss. "Dort wollte ich einige Werke meiner Sammlung aufhängen, um sie in Ruhe bei ein wenig Klaviermusik auf mich wirken lassen zu können", erzählt Bronner von seinem Ideal kontemplativen Kunstgenusses. Allerdings unternahm er diese kleinen Kunst-Fluchten nur zweimal, denn für solch einen kurzen Abstecher war der Weg von seinem Düsseldorfer Büro nach Reisholz zu zeitraubend.

Bronner hat durch die Sammelleidenschaft seiner Eltern schon früh Interesse für Kunst entwickelt, doch letztlich war es die Ausstellung "Die Kunst zu sammeln" im Museum Kunstpalast, die seine Sammelleidenschaft neu anfachte. Zusammen mit Michael Müller und dessen Kunstverein "pilot projekt" ersann er erste Ausstellungskonzepte, und Bronner gründete zu deren Unterstützung den Verein "Philara - Sammlung zeitgenössischer Kunst". Die Sammlung ist seitdem organisch gewachsen, wobei Bronner trotz internationaler Ausrichtung seinen Sammel-Schwerpunkt auf die lokale Szene legt - sowohl im Hinblick auf die Auswahl von Künstlern der hiesigen Kunstakademie, als auch was die Kooperation mit lokalen Galerien anbetrifft.

Unterstützung erhält er dabei von Katharina Klang, die als Kuratorin für die Sammlung arbeitet und seit 2011 fünf Ausstellungen jährlich in den Philara-Räumen konzeptionell verantwortet hat. "Das neue Museum in Flingern, das zudem über eine Skulpturenterrasse samt Gastronomie verfügen wird, wird nicht nur einen Großteil der permanenten Sammlung aufnehmen, sondern es wird auch wieder drei bis vier Wechselausstellungen im Jahr geben", freut sich Katharina Klang.

Quelle: RP
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