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Urdenbach
Hunde lernen klare Regeln für den Streifzug durch die Kämpe

Urdenbach. Rowdy heißt der kecke Rauhaardackel und die wachen Augen zeigen, dass der Name sein Programm ist. Er gehört zu den acht Hunden, die sich mit Herrchen und Frauchen an diesem Nachmittag am Monheimer Campingplatz zu einem Erlebnisspaziergang treffen. "Mit Mensch und Hund durch das Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe" nennt sich das gemeinsame Angebot von Haus Bürgel und Hundetrainerin Sylvia Spelsberg. Von Beate Gostincar-Walther

"Hundehalter sind kommunikativ, und wir hoffen, dass die Teilnehmer der Veranstaltung als Multiplikatoren wirken", erklärt Elke Loepke, Leiterin der Biologischen Station Haus Bürgel. Ob die neunjährige Nina, eine drollige Mischung zwischen Terrier und Münsterländer, die spanische Jagdhündin Lina oder der freundliche Münsterländer: An der ersten Lichtung gibt es keinen Halt mehr für die Vierbeiner. Nase in den Wind und schnüffeln, was das Zeug hält. Wenn sie jetzt los gelassen würden.

"Emma hat den totalen Jagdtrieb, wenn sie etwas riecht, ist sie weg. Ich habe einmal eine Stunde lang gestanden und auf sie gewartet", erzählt Baptista Lehnen. Aber genau das soll hier und heute nicht passieren. Sylvia Spelsberg erklärt, was den Spürsinn und das Jagdfieber auslöst. Und sie will zeigen, dass sich Hunde an der Leine nicht langweilen müssen. Spielideen sind gefragt. So werden zum Beispiel Leckereien in einer Baumrinde so hoch versteckt, dass sie zum Hochspringen und Strecken motivieren.

Für manche Hundepfote zeigt sich beim Balancieren über einen Baumstamm überraschend, dass die Übung gar nicht so einfach ist. Falls der Hund sich losreißt oder fortläuft, sei es besser, nicht ständig nach ihm zu rufen, rät die Hundetrainerin. "Dann wiegt er sich in Sicherheit; wenn sie ruhig bleiben, kommt er eher zurück". Stefan Würz vom Jagdverband und Elke Loepke wecken zwischendurch Verständnis für alles, was da kreucht und fleucht. Welche Tiere sich in Schnüffelhöhe aufhalten, dass der Zaunkönig im Gebüsch brütet und zahlreiche Vögel sogar direkt am Boden. Und dass Junghasen und Rehe jetzt in den Wiesen sitzen.

Dass sich die Landwirte der Bürgeler Wiesen inzwischen Sorgen machen, ist auch ein Thema. Kot und Urin freilaufender Hunde gefährdeten die Artenvielfalt der Wiesen und ließen Bauern um die Gesundheit ihrer Tiere fürchten, wissen Würz und Loepke. Wie auf Kommando setzt sich Rowdy an den Rand des Weges. Seine Hinterlassenschaft landet in einer Tüte und Frauchen gibt einen Hinweis, woran es ebenfalls hakt: "Es gibt überall zu wenig Papierkörbe, ich habe doch keine Lust, das zwei Stunden durch die Gegend zu tragen."

Quelle: RP
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