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Urdenbach
Planung für Realschul-Sanierung beginnt

Urdenbach. Die Theodor-Litt-Realschule soll generalüberholt werden. Die Stadt geht von Kosten in Höhe von rund 18 Millionen Euro aus. Von Andrea Röhrig

Es rächt sich jetzt, dass die Stadt in den vergangenen Jahren mehr auf ihre vermeintliche Schuldenfreiheit geschaut hat, als darauf, die ihr gehörenden Gebäude in Schuss zu halten. Die Liste der maroden und sanierungsbedürftigen Schulen im Stadtgebiet ist lang. Und die Kosten für anfallende Arbeiten werden immer höher.

Ein Beispiel ist die Sanierung der Theodor-Litt-Realschule, die an der gleichnamigen Straße liegt. In dem im Jahr 2011 fortgeschriebenen Masterplan zur Sanierung von Schulen liegt die Schule auf Position neun mit der erforderlichen "Gesamt- einschließlich PCB-Sanierung". Damals wurden die Kosten auf rund zwölf Millionen geschätzt. Vier Jahre später hat die Stadt nun die Generalplanung für das Projekt europaweit ausgeschrieben. Denn die Maßnahmen, die im Masterplan auf vorderen Plätzen rangierten, sind beendet oder inzwischen begonnen.

"Die Beauftragung der Planer ist der erste Schritt für die geplante Sanierung", sagt Stefan Greß, stellvertretender Leiter des städtischen Amtes für Gebäudemanagement. Die geschätzten Kosten beziffert sein Amt auf 18 Millionen Euro. "Das ist aber nur ein Richtwert für sich bewerbende Architektenbüros, damit diese wissen, welches Volumen das Projekt ungefähr haben wird", erläutert Greß. Auch wenn es seit Frühjahr eine bei der Stadt angesiedelte eigene Schulbaufirma (siehe Info-Kasten) gibt, bleibt die Sanierung der Theodor-Litt-Realschule in den Händen des Gebäudemanagements, deren Mitarbeiter bis dato alleine Maßnahmen an städtischen Gebäuden managte.

Eigentlich, sagt Schulleiter Hans-Gerd Pröpper, sei seine Schule in einem guten Zustand: "Wir können uns darüber nicht beklagen." 2010 steckte die Stadt rund 600 000 Euro in das Gebäude, um es für den Ganztag fit zu machen. Dabei, so Pröpper, sei auch einer der insgesamt vier Trakte saniert worden. "Außerdem haben wir dabei eine Mensa, einen schön gestalteten Außenbereich, ein Schülercafé sowie ein Pädagogisches Selbstlernzentrum erhalten", lobt Pröpper die damals getätigten Investitionen.

Doch schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass man über kurz oder lang Umweltsünden vergangener Jahre in Angriff nehmen musste. Das Gebäude wurde 1969 fertiggestellt, eine Zeit, in der mit Asbest und PCB (wurde als Weichmacher in Lacken und Kunststoffen verarbeitet) sorglos umgegangen wurde. So lange aber die Stoffe nicht durch Bauarbeiten oder dadurch, dass sich Platten oder Asbest-Fasern lösten oder beschädigt seien, in die Raumluft gelangen, ist das Problem händelbar. Doch trotzdem ist klar, dass alles Belastete über kurz oder lang entfernt werden müsse, sagt Greß.

Auch Pröpper ist froh, dass mit der jetzt erfolgten Ausschreibung für die Planung endlich der nächste Schritt gemacht ist. Die Schule wurde damals in einer so genannten Skelettbauweise errichtet. Die Wände sind aus Rigips-Platten. Diese sollen komplett entfernt werden, was den Charme hat, dass man die Räume zugleich neu zuschneiden kann. "Wir hätten gerne einen PC-Raum mit einer Glasfront, den die Schüler auch außerhalb des Unterrichts nützen können", sagt Pröpper. Auch ein Neubau ist bei der hohen Sanierungssumme einmal ausgerechnet worden. Die Kosten dafür liegen aber sogar doppelt zu hoch. Also keine wirkliche Alternative. Die Bauzeit ist mit rund 64 Monaten angegeben, Fertigstellung ist für 2021 geplant. Das würde bedeuten, dass mit dem Beginn der Maßnahme im Jahr 2018 zu rechnen ist. Die Sanierung soll im laufenden Betrieb erfolgen. "Wir werden das abschnittsweise, also Trakt für Trakt, angehen", erläutert Stefan Greß die Vorgehensweise. Um den Unterricht zu gewährleisten, würden Container aufgestellt. Ob Hans-Gerd Pröpper die Fertigstellung noch im Amt erleben wird, ist fraglich. Er wird jetzt 61 und hat ausgerechnet, dass es er wahrscheinlich auf dem Höhepunkt der Arbeiten in den Ruhestand gehen wird. Sorge, dass die Stadt oder die Politik die Realschule am Standort in Frage stellt, hat der Schulleiter nicht: "Die Stadt hat gesagt, dass sie es sich wegen der ständig steigenden Schülerzahlen nicht leisten kann, eine Schule zu schließen."

Die Diskussion darum, welche Schulform eine Zukunft hat, sieht Pröpper eh aus einer ganz anderen Sicht: "Es ist nicht wichtig, was auf der Schule steht, sondern was drin ist. Schule lebt von ihren Lehrkräften und deren Miteinander für die Schüler."

Quelle: RP
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