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Wersten
Die Nachbarn finanzieren ein Jahr das Futter für alte Tiere

Wersten: Die Nachbarn finanzieren ein Jahr das Futter für alte Tiere
Helena, Anna und Clara (v.l.) kommen regelmäßig, um sich um die Ponys zu kümmern. Wolfgang Vergölts und Maik Gerasch haben das Geld in der Nachbarschaft für Nadine Dziobata gesammelt. FOTO: Anne Orthen
Wersten. Emily, Resi und Pitter brauchten nicht lange, um die Schubkarre voller Stroh zu entdecken, die Anwohner Wolfgang Vergölts auf ihre Wiese rollte. Schnell hatten die drei Ponys die ersten Halme vertilgt. Und das Stroh auf der Schubkarre war nur der Anfang: Die Nachbarn werden jetzt ein Jahr lang das Futter für die Ponys mit finanzieren. Von Ina Armbruster

Nadine Dziobata kümmert sich mit Herzblut um die Tiere. "Sie kommen aus schlechter Haltung und wurden zu mir gebracht, um ihnen einen schönen Lebensabend zu ermöglichen", sagt Dziobata. Früher haben auf der Wiese an der Straße "Auf'm Rott", mitten im Werstener Wohnviertel, die Kutsch-Tiere von Karl-Heinz Leers gestanden. Irgendwann kamen verwahrloste und alte Tiere hinzu, um die sich Karl-Heinz Leer kümmerte. Mehr als zehn Jahre lang unterstütze Nadine Dziobata, die gegenüber der Pferdewiese wohnt, ihren guten Freund Leers dabei. "Kalla, wie ihn alle nannten, ist vergangenes Jahr relativ überraschend gestorben. Er hinterlässt eine große Lücke und alle, die ihn kannte, vermissen ihn sehr", erzählt Dziobata. Seitdem kümmert sie sich allein um die drei Ponys und freut sich über die finanzielle Unterstützung. Futter, Hufschmied, Tierarzt - neben ihrer Zeit investiert sie auch viel Geld in die Tiere.

Einmal im Jahr veranstalten die Anwohner des Ohmwegs und des Dopplerwegs ein Straßenfest. Den Überschuss stiften sie in diesem Jahr der Pferdefreundin, damit diese die Haltung weiterhin finanzieren kann.

Ein Jahr lang erhält sie jetzt jeden Monat 100 Euro. "Die Wiese heißt bei uns schon immer Pferdewiese und wir können sie uns nicht ohne die Tiere vorstellen", sagt Wolgang Vergölts, der das Straßenfest mit organisiert. Das sieht Anwohnerin Brigitte Hirsch genauso: "Viele Kinder kommen hier auf dem Schulweg vorbei, beobachten die Tiere oder streicheln sie durch den Zaun. Das ist eine kleine Idylle, die auf keinen Fall verschwinden soll."

Hilfsbereit sind die Anwohner deswegen immer - nur leider manchmal in Vergangenheit etwas zu unbedacht. "Bitte kein Futter an den Zaun hängen" steht inzwischen auf dem Schild am Gatter. "Das ist nett gemeint, aber die Ponys haben oft die Tüten aufgebissen und das Plastik mitgegessen", erklärt Dziobata.

Bald wird erst einmal ein Weg über das Gelände gebaut, der Zaun muss dafür etwas versetzt werden. "Wenn alles fertig ist, planen wir, eine Holzbox am Zaun anzubringen, in der die Spender Brot, Äpfel oder Möhren für die Tiere hinterlassen können", sagt Vergölts. Schließlich soll es den Ponys weiterhin gutgehen in Wersten.

Quelle: RP
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