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2018 geht es los
Startschuss für neue Bibliothek in Düsseldorf

2018 geht es los: Startschuss für neue Bibliothek in Düsseldorf
So soll das Kulturzentrum nahe des Hauptbahnhofs aussehen. 2021 soll die Zentralbibliothek dort einziehen. FOTO: RKW
Düsseldorf. Die Postbank ist aus dem Gebäude am Konrad-Adenauer-Platz 1 in Düsseldorf ausgezogen. Der Eigentümer beginnt 2018 mit den Arbeiten, die Stadt plant den Innenausbau. Von Laura Ihme

Die Pläne zum Umbau des ehemaligen Postgebäudes am Konrad-Adenauer-Platz 1 zu einem Kulturzentrum nehmen Form an: Im nächsten Jahr wird der Gebäudeeigentümer nach dem Auszug der Post mit den Bauarbeiten beginnen. Das teilte die Stadt auf Anfrage mit. Die Verwaltung bereitet in dieser Zeit die Baumaßnahmen innerhalb des Gebäudes vor und will 2019 mit den Arbeiten beginnen. Läuft alles nach Plan, könnte die Zentralbibliothek im Jahr 2021 in das umgebaute Gebäude einziehen.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist getan: Bereits vergangene Woche hat die Postbank ihren Platz in dem Gebäude geräumt. In einer Ausweichfiliale an der Immermannstraße 65 c wird sie ab morgen das Angebot der Bank sowie von Deutscher Post und DHL bieten.

Jahrelang ist über den Umzug der Bücherei und die Nutzung des großen Gebäudes, das kurz "KAP 1" genannt wird, in der Politik diskutiert worden. Grund: Die Zentralbibliothek füllt nur die Hälfte der rund 25.000 Quadratmeter großen Fläche des Gebäudes. Der Rest der Mietfläche soll von anderen städtischen Institutionen genutzt werden: So soll das Forum Freies Theater (FFT) eine neue Spielstätte mit Proberäumen und einer neuen Bühne bekommen, das Theatermuseum soll vom Hofgarten zum Hauptbahnhof ziehen, Heinrich-Heine-Institut, Stadtmuseum und Stadtarchiv erhalten Depotflächen und auch für zusätzliche Büroräume für die Stadtverwaltung ist noch Platz. Dafür sollen Standorte andernorts aufgegeben werden.

Genau das sorgte jedoch für Kritik, unter anderem wurde der Verkauf des Hofgärtnerhauses, des alten Standorts des Theatermuseums, gefürchtet. Außerdem wollen die Grünen nicht, dass die Räume des FFT Kammerspiele an der Jahnstraße aufgegeben werden, weil Düsseldorf dort noch bis 2078 Nutzungsrechte hat. "Die Räume dort könnte man zu Proberäumen für die Freie Szene machen. Sie hat durch den Umzug des FFT am neuen Standort kaum noch Platz", sagt die Grünen-Kulturpolitikerin Clara Gerlach. Der Stadtrat hat deshalb jetzt eine Studie in Auftrag gegeben, die klären soll, wie viele Proberäume es in der Stadt gibt. Gerlach hofft, dass das Ergebnis zeigen wird, dass sich der Erhalt des Standortes lohnen wird.

Dass die Zentralbibliothek einen neuen Standort braucht, steht indes außer Frage: Aus dem Gebäude hinter dem Bahnhof ist sie mit ihren rund 708.000 Nutzern pro Jahr (Tendenz steigend, siehe Infokasten) herausgewachsen. Vor allem deshalb, weil sich das Nutzerverhalten verändert hat: Kamen Kunden früher nur zur Ausleihe, wollen die die Bibliothek heute vordringlich als Arbeitsplatz nutzen. Auch lädt die Bücherei vermehrt zu Veranstaltungen - für all das soll nun mehr Platz sein.

Die Bauarbeiten teilt sich die Stadt derweil mit dem Eigentümer der Immobilie, dem Versorgungswerk für Zahnärzte. Das Werk finanziert fast den gesamten Umbau und führt ihn auch durch. Dafür hat die Stadt einen Mietvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren unterschrieben. Die Miete beträgt 4,4 Millionen Euro pro Jahr. Die Inneneinrichtung (neun Millionen Euro) sowie den Bau der Bühne für das Theater muss die Stadt bezahlen - unter strengen Blicken der Politik. Sie fürchtet, dass die Kosten dafür explodieren könnten.

Quelle: RP
 
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