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Mann vor Diskothek in Düsseldorf angefahren
Autofahrer nach Angriff weiter auf der Flucht

Türsteher-Attacke in Düsseldorf: "Intensive Fahndung" nach Auto-Angriff
In diese Passage an der Rückseite der Diskothek fuhr der Autofahrer hinein. FOTO: Sonja Schmitz
Düsseldorf. Nach dem Mann, der am Neujahrsmorgen einen Türsteher vor einer Düsseldorfer Diskothek angefahren haben soll, wird nach Angaben der Polizei überregional intensiv gefahndet. Er soll gezielt auf die Türsteher draufgehalten haben, nachdem er des Clubs verwiesen wurde.

Es laufe eine "intensive Fahndung" nach dem mutmaßlichen Täter, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Bislang ist seine Identität allerdings noch nicht bekannt. Ein Ansatz könnte sein, dass der Täter nach Zeugenaussagen nach einem Streit aus der Diskothek geworfen wurde.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, war der Streit zwischen drei Disko-Besuchern und einer Gruppe von Sicherheitsleuten entbrannt. Die drei Gäste seien des Clubs verwiesen worden. Danach soll einer der drei Männer in seinen in der Nähe geparkten Wagen gestiegen und gezielt auf die Türsteher zugefahren sein, der in dem schmalen Eingangsbereich der Diskothek gestanden habe.

Hinter der Diskothek sind am Neujahrsmorgen zwei Poller umgeknickt. Der Fahrer hat sie mit seinem Wagen erfasst, als er auf den Türsteher zufuhr. FOTO: Sonja Schmitz

Der Autofahrer soll dann gegen 5.30 Uhr drei Türsteher vorsätzlich angefahren haben. Spuren hätten ergeben, dass er seinen Wagen zu diesem Zweck drei Mal auf der Straße gewendet habe und auf die Personen zugefahren sei, sagte Polizeisprecher Andre Hartwich unserer Redaktion.

Das Auto habe einen 36-Jährigen erfasst und schwer verletzt. Zwei weitere Sicherheitsmitarbeiter retteten sich laut Polizei auf die Straße. Der Verletzte habe sich ebenfalls auf die Straße geschleppt, wo er liegen blieb. Daraufhin habe der Autofahrer zurückgesetzt und den verletzten Mann nach mehreren Manövern noch einmal erfasst. Ein zerfetzter roter Teppich am Hintereingang des Clubs zeugte von dem Angriff.

Überregionale Fahndung der Mordkommission

Der rote Teppich in der Fußgängerpassage zeigt die Spuren des Fahrzeuges. FOTO: Sonja Schmitz

Nach der Tat sei der Autofahrer mit seinem Fahrzeug in Richtung Rheinkniebrücke geflüchtet. Laut Polizei ist unklar, ob er alleine oder mit seinen Begleitern im Auto war. Bei dem Wagen soll es sich vermutlich um einen BMW handeln.

Die Polizei ermittelt wegen versuchter Tötung, eine Mordkommission wurde eingerichtet. Zunächst war laut Polizei unklar gewesen, ob es sich bei dem Vorfall um einen Unfall oder ein absichtliches Vergehen handelte. Das Unfallaufnahmeteam sicherte am Morgen Spuren.

Mehrere Zeugenaussage hätten den Verdacht erhärtet, dass der Mann gezielt einen Unfall herbeiführen wollte, sagte ein Polizeisprecher weiter. Ein Anschlagsgeschehen im Sinne eines terroristischen Motivs wurde ausgeschlossen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Schlagzeile konnte der Eindruck entstehen, der Autofahrer habe auf eine größere Menschengruppe zugehalten. Tatsächlich hat er aber laut Polizei gezielt versucht, den oder die Türsteher anzufahren. Dies haben wir klargestellt. Zudem hatten wir in einer früheren Version dieses Textes geschrieben, der Vorfall sei am Graf-Adolf-Platz passiert. Tatsächlich passierte er laut Polizei an der Graf-Adolf-Straße.

(rls/lsa/lnw)