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Düsseldorf
Viel Lob für Graffiti an Ellerstraße

Ellerstraße: Das sagen Düsseldorfer zu den Graffiti
Ellerstraße: Das sagen Düsseldorfer zu den Graffiti FOTO: rpo, Daniel Gehrmann
Bei Passanten und bei unseren Lesern stoßen die Graffiti an der Bahn-Unterführung in der Ellerstraße auf ein überwiegend positives Echo. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Von Daniel Gehrmann

"Man beachtet das kaum", meint Markus Micknewitz. Obwohl - oder weil - der 34-Jährige aus der Innenstadt fast täglich hier vorbeikommt, waren ihm die Graffiti und Street-Art-Objekte noch gar nicht aufgefallen. Als er sie erstmals bewusst betrachtet, wirkt der 34-Jährige recht beeindruckt: "Man sieht, dass das Leute gemacht haben, die etwas davon verstehen."

Anscheinend ist es keine Generationenfrage, ob man diese Bilder mag oder nicht: Eine 80-Jährige, die in dieser Gegend wohnt, meint mit Blick auf die trostlose und ungepflegte Unterführung: "Da muss man etwas machen. Die Welt hier muss ein bisschen bunter werden", sagt sie mit Blick auf die trüben grauen und schmutzigen Wände und fügt hinzu: "Wer es nicht mag, der soll woanders hinschauen!"

Die meisten Passanten, die an diesem Dienstagnachmittag unter den Bahngleisen hindurchgehen, betonen den Unterschied zu mancher Schmiererei, die man anderswo und auch hier an den Wänden findet: Die gesprühten Tierfiguren, für die sich Künstler der Vereinigung "Freiräume für Bewegung" verantwortlich zeichnen, seien eben kunstvoll gemacht und schön.

Auch bei unseren Lesern fand die Aktion ein breites Echo. Der Leser "kulturfreund71" etwa fordert, die Künstler sollten "den bewusst provokanten Charakter der Stadtverschönerungs-Aktion furchtlos eingestehen". Er schreibt: "Wohl niemand wird bestreiten, dass die besagte Unterführung alles andere als städtebaulichen Leibreiz versprüht."

Der Leser "radiophil" hebt hervor, durch die Aktion sei "ein Zusammenhalt zwischen den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen entstanden, wie es in Düsseldorf bisher selten möglich war". Wie die Aktion zeige, sei das gemeinsame Feiern von 200 Personen, das es dort gegeben habe, "vor allem durch das Engagement der freien Kulturszene möglich".

Der User "t..." argumentiert, die Unterführung gehöre "den Menschen, die sie jeden Tag benutzen und jetzt ihr Recht auf Stadt einfordern". Nicht die Bahn oder die Stadt Düsseldorf, sondern die Menschen in Düsseldorf seien die wahren Eigentümer.

 
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