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Kolumne Auf Ein Wort
Von großer Freude getragen

Kolumne Auf Ein Wort: Von großer Freude getragen
Stadtsuperintendentin Henrike Tetz wünscht Frohe Weihnachten. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Adventsfeier in einem Düsseldorfer Berufskolleg. Der Ohrwurm von Adel Tawil wird gespielt und rund 200 Schüler und Schülerinnen singen mit: "Ist da jemand, der mein Herz versteht?" Sie singen zunächst verhalten, dann immer lauter und nachdrücklicher.

Die Frage berührt sie. "Ist da jemand, der den Schatten von meiner Seele nimmt und mich sicher nach Hause bringt?" heißt es im Refrain weiter. Das Lied spricht von der großen Sehnsucht danach, zutiefst verstanden zu werden mit all dem, was mich bewegt, und mit den Wegen, die ich gehe.

Gibt es jemanden, der nicht nur meine Fassade oder Fragmente von mir sieht, sondern mich ganz versteht, im Grunde besser als ich mich selbst? Der Hit von Adel Tawil besitzt eine ähnliche Dringlichkeit wie viele christliche Adventslieder, in deren Sehnsucht zugleich die Hoffnung auf ein "Ja" mitklingt.

An Weihnachten feiern Christen, dass Gott das sehnsüchtige Fragen der Menschen beantwortet und zu ihnen sein großes, liebevolles "Ja" sagt. Er spricht dabei eine Sprache, die überrascht: Er kommt als Kind zur Welt. Gott bleibt nicht auf Abstand, sondern teilt unser Leben mit allem was dazu gehört, den Freuden und den Ängsten.

Die biblische Weihnachtsgeschichte erzählt, wie die Engel den Hirten auf dem Feld die Geburt Christi verkünden: "Euch ist heute der Heiland geboren".

Da machen sie sich auf den Weg zum Stall, ungläubig und hoffnungsvoll zugleich. Wie der Engel es ihnen gesagt hat, finden sie das Kind in der Krippe und begreifen: Hier ist der, der unser Herz versteht; all das einsame Fragen hat ein Ende. Die Herzen der Hirten werden von so großer Freude erfüllt, dass sie sie mit allen teilen, denen sie begegnen. Seit der Nacht in Bethlehem sind viele Menschen von solcher Weihnachtsfreude in ihrem Leben begleitet und getragen worden.

Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen für das kommende Weihnachtsfest und für das Jahr 2018 unter Gottes Segen.

PFARRERIN HENRIKE TETZ, SUPERINTENDENTIN DES EVANGELISCHEN KIRCHENKREISES DÜSSELDORF

Quelle: RP
 
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