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Düsseldorf
Windpocken in Unterkunft

Düsseldorf. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes haben gestern die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der St.-Franziskus-Straße besucht und alle ohne entsprechenden Impfschutz gegen Windpocken geimpft. Grund dafür war die Erkrankung einer 20-jährigen Frau an Windpocken.

Sie wurde bereits mit ihrer Familie und einer weiteren Familie, zu der sie in engerem Kontakt stand, vorsorglich in die Aufnahmestation an der Hospitalstraße gebracht. Windpocken sind in der Regel harmlos, aber hoch ansteckend.

Viele Flüchtlinge verfügen nicht über einen lückenlosen Impfschutz - obwohl die Behörden mehrfach angekündigt haben, mehr dafür zu tun. Eigentlich soll das schon bei der Registrierung in den Landeserstaufnahmen erledigt werden. Aber offenbar funktioniert das in vielen Fällen nicht.

Die Stadt Düsseldorf will bald bei allen Flüchtlingen, die neu in die Stadt kommen, fehlende Impfungen nachholen. Anfang des Jahres soll die kommunale Erstaufnahme am Vogelsanger Weg in Mörsenbroich in Betrieb gehen. Das Konzept sieht vor, dass dort 150 Plätze für Flüchtlinge geschaffen werden und in dem Gebäude zugleich alle zuständigen Ämter vertreten sind, also zum Beispiel Sozialamt, Ausländerbehörde und Gesundheitsamt. Die Asylzweigstelle an der Münsterstraße soll wegfallen. Durch die Erstaufnahme sollen die bürokratischen Prozesse verbessert werden. Auch der Impfschutz soll dort direkt überprüft werden.

Das Gebäude am Vogelsanger Weg wird bereits als Flüchtlingsunterkunft genutzt, nebenan befindet sich die Kleiderkammer der Stadt. Die Ämter sind aber noch nicht eingezogen. Für den Umbau sollen bald die derzeit dort lebenden Flüchtlinge umziehen.

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(arl)