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Duisburg
Berliner Brücke wird zur Dauerbaustelle
Duisburg: Berliner Brücke wird zur Dauerbaustelle
Täglich nutzen bis zu 80 000 Fahrzeuge die Stadtautobahn und belasten damit die marode Berliner Brücke. Ab Mai 2014 wird die Brücke saniert und soll dann mindestens 15 Jahre den Anforderungen standhalten. FOTO: Ralf Hohl
Duisburg. Ab dem 1. Mai 2014 wird das marode Bauwerk für rund 30 Millionen Euro saniert. Bis Oktober sollen die dringenden Arbeiten abgeschlossen werden. Der sechsspurige Ausbau erfolgt frühestens in 20 Jahren. Von Peter Böttner

Die gute Nachricht vorweg: Eine Vollsperrung der A 59 wird es nach jetzigem Planungsstand nicht geben. Dennoch müssen sich die Duisburger Autofahrer ab Mai 2014 auf Dauerstaus im Innenstadtbereich einstellen. Denn die marode Berliner Brücke soll wechselseitig saniert und für mindestens 15 Jahre den starken Belastungen angepasst werden. Der geplante, sechsspurige Ausbau der Berliner Brücke wird frühestens in 20 Jahren starten.

Die Berliner Brücke aus dem Jahr 1963 gehört mit 1824 Metern einst zu den längsten Straßenbrücken Deutschlands. Tatsächlich besteht sie aus mehreren Teil-Brücken: Stadtparkbrücke, Bahnhofsbrücke, Hafenbrücke, Industriebrücke, Kanalbrücke, Ruhrbrücke und Deichbrücke. Straßen.NRW will im kommenden Jahr die Strecke zwischen den Autobahnkreuzen Duisburg (A 40) und Duisburg-Nord (A 42) sanieren.

"Dabei werden wir die Fahrbahndecke erneuern, die Regenabflüsse modernisieren, Schilderbrücken austauschen und Leitplanken ausbessern", sagt die zuständige Projektleiterin Annegret Schaber. Gleichzeitig werden die Arbeiter im Bauch der Brücke mit wichtigen Schweißarbeiten beginnen. "Die Brücke ist an ihren Belastungsgrenzen angekommen."

1. Bauphase (1. Mai bis 13. Juli) Die Fahrtrichtung Düsseldorf wird zwischen den Autobahnkreuzen gesperrt.

Zwischenphase (13. bis 18. Juli) Beide Fahrtrichtungen stehen offen, in dieser Zeit baut Straßen.NRW die Baustelle um.

2. Bauphase (19. Juli bis 2. Oktober) Die Fahrtrichtung Dinslaken wird auf der gesamten Strecke zwischen der Autobahnkreuzen gesperrt.

3. Bauphase (3. bis 5. Oktober)

Die Fahrbahndecke an der Anschlussstelle Hamborn in Fahrtrichtung Dinslaken wird komplett erneuert und die Auffahrt deshalb gesperrt.

Die Umleitung der rund 80 000 Fahrzeuge pro Tag soll unter anderem über die A 3 erfolgen. Aus Sicht von Ocke Hamann, Leiter des Referats für Verkehr und Logistik der IHK Niederrhein, wird die Bauphase mit erheblichen Belastungen für die Duisburger Wirtschaft verbunden sein: "Zusätzliche Kosten werden sich nicht vermeiden lassen, wenn die Lkw etwa den Hafen nur noch einseitig anfahren können." Wenn plötzlich 40000 Fahrzeuge umgeleitet werden müssten, "dann wird das nicht ohne Verkehrsbehinderungen funktionieren – weder für die Unternehmen noch für die privaten Pkw-Fahrer."

Dennoch begrüßt Hamann die Sanierung: "Wichtig ist aber auch, dass der sechsspurige Ausbau weiter vorangetrieben wird. Nur so lässt sich der Standort als logistischer Knotenpunkt erhalten." Der sich derzeit abzeichnende Kollaps aller wichtiger Verkehrsadern in NRW, "ist wenig überraschend", sagt Hamann. Letztlich seien die maroden Bauwerke nur Ausdruck der "Versäumnisse in der Verkehrspolitik der vergangenen 20 Jahren".

Quelle: RP/rl
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