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Duisburg
Bio-Bananen für eine bessere Welt

Duisburg. Die Wirtschaftsförderung hat zum Dialog mit dem Oberbürgermeister und dem Bio-Lebensmittel-Importeur Biotropic eingeladen. Das Unternehmen sitzt seit 1997 in Neumühl und arbeitet nach dem Credo "Bio für eine Welt". Von Carolin Skiba

Bananen gehören zu unseren alltäglichen Lebensmitteln, genauso wie Kartoffeln oder Milch. Doch während letztere meist aus Deutschland stammen, muss die Banane erst einen weiten Weg zurücklegen, bis sie in unseren Supermärkten landet. In Duisburg sitzt eine Firma, die bereits seit 20 Jahren Bananen nach Deutschland importiert. Und dabei handelt es sich bei Biotropic - wie der Name schon sagt - ausschließlich um Biobananen und anderes nach biologischen Richtlinien angebautes Obst und Gemüse.

Oberbürgermeister Sören Link besuchte jetzt im Rahmen des monatlich stattfindenden Wirtschaftsdialoges die Firma, die seit 1997 am Wirtschaftsstandort Duisburg ansässig ist. Dabei gewährte Firmengründer und Agaringenieur Andree Mols auch einen Blick in das rund 13.000 Quadratmeter große Kühllager und die Bananenreiferei in Neumühl.

Haben die Bananen erst mal die Hallen von Biotropic erreicht, sind sie zunächst noch grün. 14 bis 21 Tage Transport haben sie zu diesem Zeitpunkt bereits hinter sich, es folgen weitere vier bis acht Tage in der Bananenreiferei, bis sie in gewohnt gelber Farbe in die Biomärkte des Landes gebracht werden.

Los geht die Reise in der Dominikanischen Republik. Dort wird der Container verschlossen und erst wieder geöffnet, wenn er über Rotterdam nach Duisburg gelangt ist. "Das macht bei der Qualität unheimlich viel aus", sagt Betriebsleiter Sascha Suler. Qualität ist ohnehin das, worauf es bei Biotropic ankommt. Darum stellen über 50 Mitarbeiter weltweit sicher, dass beim Verbraucher die Ware in höchster biologischer Qualität ankommt. Die acht Agrar-Ingenieure des Unternehmens sind regelmäßig beratend und kontrollierend unterwegs und sorgen zudem dafür, dass die Produkte von akkreditierten Labors untersucht werden. Sie stimmen außerdem mit den Bauern vor Ort ab, wie viel angebaut werden muss, denn oft wüssten die Händler nicht, wie viel sie anbauen müssten, je weiter sie entfernt sind.

Biologische Lebensmittel anzubauen bedarf ein Höchstmaß an Kontrolle, Vorschriften, die eingehalten werden müssen und somit eines höheren Kostenaufwands. Warum das alles? "Wir sind angetreten mit dem Anspruch ,Bio für alle'", erklärt Firmengründer Mols. Das geht sogar so weit, dass das Credo des Unternehmens lautet: Bio für eine Welt. Denn Bio soll seiner Auffassung nach nicht nur den Menschen in Deutschland ein besseres Leben und Gewissen verschaffen, Mols will auch, dass die Produzenten aus den Herkunftsländern der Waren profitieren. Mols ist es wichtig, den Unternehmenserfolg mit einer aktiven Rolle in Entwicklungsländern wie der Elfenbeinküste zu verbinden, wo das Unternehmen eigene Anbauprojekte gestartet hat. Mols: "Die Kleinbauern dort haben durch uns die Chance, direkt im globalen Handel mitzumischen. Gleichzeitig wird der Bio-Anbau durch die Geschäftstätigkeit von Biotropic weltweit vorangebracht." Alles was die Bauern bräuchten, seien solide und vor allem verlässliche Partner. Nur so könnten sie Geld verdienen, was ihnen wiederum ermögliche, ihre Farmen zu entwickeln und ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Neben Duisburg hat das Unternehmen auch Niederlassungen in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien und in der Dominikanischen Republik. Der OB zeigte sich begeistert: "Die Firma ist ein Beleg dafür, dass Unternehmensphilosophie und wirtschaftlicher Erfolg in Wechselwirkung stehen." Die Geschäftsführung und das Team würden beweisen, dass sich Standort-Treue, lokale Verbundenheit und kosmopolitisches Handeln sinnvoll ergänzten.

Quelle: RP
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