| 00.00 Uhr

Duisburg
Das Motto: "Musicals und mehr"

Duisburg. Das Konzert weckte bei vielen Besuchern wehmütige Erinnerungen. Von Stephan Sadowski

Jedes Jahr im Herbst veranstaltet das 1. Akkordeon-Orchester Rheinhausen 1950 sein großes Konzert, dieses Mal unter dem Motto "Musicals and more". Etwa 450 Besucher waren dabei, als sich die Orchester 1 und 2 auf ihre Reise durch die Welt der (Film)-Musicals begaben. Bei vielen Zuschauern weckte die Musik sehnsüchtige Erinnerungen.

Auch bei John Clarry aus Leeds, England. Der 65-Jährige hat seine Deutschlandreise zu seiner Cousine nach Rheinhausen extra so geplant, damit er den Auftritt ihres Mannes, Willi Thomas, im Orchester nicht versäumt: "Ich war schon letztes Jahr mit meiner Frau beim Konzert dabei, es hat uns so gut gefallen, wie orchestral die Musik nur mit Akkordeons klingt. Und die Melodien sind alle irgendwie bekannt", so der britische Musikliebhaber. Und damit sprach er den meisten wohl aus dem Herzen.

Los ging es mit einem Potpourri über Titel aus dem Musical "My fair lady". Bei "Wenn ich einmal reich wär" aus "Anatevka" hörte man schon die ersten Zuschauer verhalten mitsummen. Das Schöne: Bei den Titeln, die übrigens witzig und mit Hintergrundwissen im Block vom Journalisten Mathias Tilgner angesagt wurden, entstanden Videosequenzen auf einer Leinwand hinter dem Orchester. Bei "Phantom der Oper" von Andrew Lloyd Webber schlüpfte er sogar selbst mit Umhang und Maske in die Rolle des Phantoms und huschte wie ein Gespenst über die Bühne, während Anke Thummerer, die sonst die Keyboards bediente, einen gespenstischen Gesang dazu lieferte.

Richtig schwierig gesetzte Titel aus dem "Tanz der Vampire" lieferte das Orchester 1, hier brillierte vor allem Norbert Schneider, als Kapellmeister am ersten Akkordeon, mit schwierigen Soli, die ihm vom aus Ungarn stammenden Dirigenten Silvester Pece immer graziös übergeben wurden. Und spätestens beim "Abba-Medley" bestehend aus "Fernando", "Thank you for the Music" und "Money, money, money" schunkelten die Zuschauer mit. Auch das Jugendensemble war vertreten, zwar nur mit vier jungen Musikern, und anstatt unter Leitung der kurz zuvor erkrankten Birgit Hücking, jetzt mit Norbert Schneider am führenden Instrument.

Schon ganz schön schwierig wurde es bei "Aquarius" aus dem Musical "Hair". Auch für den kleinen Elias, der seit letztem Jahr dabei ist. Norbert Schneider: "Elias hat gesagt, wenn ich das hier schaffe, dann schaffe ich auch Weihnachten." So ist sich der kleine Mann wohl bewusst, dass er auch vor versammelter Verwandtschaft so manches besinnliche Lied anstimmen darf. Aber das Konzert lieferte auch folkloristische Lieder wie den "Freundschaftsgruß" als Marsch im 2/4-Takt.

Trillerpfeifen und perkussive Rasseln durften die Akkordeonisten einsetzen bei dem aus südamerikanischen Rhythmen bestehenden Medley aus "For once in my life" und "I go to Rio" aus der Feder von Orlando Murden.

Moderator Mathias Tilgner merkte: "Puh, das geht ganz schön in die Arme." Und hatte die Lacher auf seiner Seite. Den runden Abschluss gaben die Gospelstücke "I will follow him" aus "Sister Act" und "Oh happy day", so dass die Zuschauer lautstark klatschten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Das Motto: "Musicals und mehr"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.