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Duisburg
Die neue Zugsicherung ist bestellt

Duisburg: Die neue Zugsicherung ist bestellt
Ohne neue Zugsicherung kann die U 79 nicht mehr lange bis Düsseldorf durchfahren. Kurz hinter der Haltestelle Kesselsberg wäre dann Schluss. FOTO: Archiv
Duisburg. Die Düsseldorfer wollen im kommenden Jahr mit deren Einbau loslegen. Die Duisburger suchen derweil immer noch nach einer Möglichkeit, wie sie ein neues Zugsicherungssystem bezahlen können. Von Hildegard Chudobba

In das Thema Zugsicherung kommt Bewegung - allerdings nur in der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie hatte die Sanierung ihrer U-Bahntunnel-Technik bekanntlich Anfang des Jahres ausgeschrieben und hat jetzt offenbar den Auftrag an Siemens erteilt. Der Preis soll deutlich unter dem liegen, mit dem die Düsseldorfer kalkuliert hatten. Für das kleinere Duisburger Projekt sind geschätzt 18 bis 20 Millionen notwendig, für das in der Landeshauptstadt war mit etwa einer doppelt so hohen Summe gerechnet worden. Aus Düsseldorf ist zu hören, dass mit dem Einbau der neuen Technik Anfang des Jahres begonnen und die Maßnahme nach rund zwei Jahren abgeschlossen sein wird.

Und in Duisburg? Nach Bekunden der Stadt hat sie das Geld für die technische Sanierung des Tunnels immer noch nicht. Sie sucht seit Monaten nach einer Finanzierungsmöglichkeit und hofft dabei offenbar auf Unterstützung der Bezirksregierung. Den Duisburgern wäre es genehm, wenn die Bezirksregierung (mit Genehmigung des Innenministers) den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) anweisen würde, sich an den Sanierungskosten zumindest zu beteiligen. Der VRR wiederum argumentiert, dass eine solche Unterstützung rechtswidrig sei. Denn Investitionen dieser Art sähen die Förderrichtlinien nicht vor.

Zudem müsste der VRR im Falle einer Unterstützung der Duisburger Zugsicherung befürchten, dass andere Ruhrgebietskommunen mit der gleichen Forderung kommen. Denn die meisten U-Bahnen im Revier sind so alt wie die in Duisburg. Und damit besteht auch bei den Nachbarn der hohe Druck, die veralteten Systeme durch neue ersetzen zu müssen.

In Duisburg arbeitet die Zugsicherung wie berichtet mit Computern aus Großvaters Zeiten: 386er Rechner und Nadeldrucker kennt heute einmal mehr jeder Erwachsene. Das Problem der veralteten Technik ist zwar schon länger bekannt, aber genug Geld für die Erneuerung war in unserer hoch-verschuldeten Stadt nie zurückgelegt worden. Seitdem der Hersteller der Uralt-Technik angekündigt hat, dass er bald keine Ersatzteile mehr liefern könne, ist der Druck enorm gestiegen.

Die Düsseldorfer hatten bis zuletzt gewartet und gehofft, dass sich die Duisburger an der Ausschreibung beteiligen könnten. Denn noch haben die beiden Städte ein identisches Zugsicherungssystem, was für die Stadtgrenzen überschreitende U 79 zwingend erforderlich ist. Bekommt Düsseldorf nun ein neues System, wird dieses nicht mit dem veralteten in Duisburg kompatibel sein. Das hat im schlimmsten Fall zur Folge, dass die U 79 nach der Inbetriebnahme der neuen Technik nur noch bis an die jeweilige Stadtgrenze fahren kann und die Kunden aussteigen und in eine Bahn des jeweils anderen Verkehrsbetriebes umsteigen müssten.

Das wollen die Verantwortlichen auf beiden Seiten auf gar keinen Fall. Den Düsseldorfern wäre es daher auch am liebsten gewesen, wenn sich die Duisburger an der Ausschreibung beteiligt hätten. Doch dazu hätten sie nachweisen müssen, dass die auch genug Geld haben, um den Auftrag später zu bezahlen. Düsseldorf hat nun aber immerhin die Zugsicherung so ausgeschrieben, dass die Duisburger zu einem späteren Zeitpunkt noch nachrüsten können und nicht zwingenderweise das gleiche System wählen müssen.

Quelle: RP
 
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