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Duisburg
Ein Drei-Gänge-Menü vom Grill

Duisburg: Ein Drei-Gänge-Menü vom Grill
Jörg Jockel rät beim Grillen vor allem zu Geduld. Das Fleisch darf bei ihm ruhig mal bis zu 24 Stunden lang brutzeln. FOTO: Simon Pake.
Duisburg. Eine Mahlzeit vom Feuer kann ähnlich vielseitig sein wie ihre Entsprechung vom Herd - Geduld, gute Kohle und eine nicht zu heiße Glut vorausgesetzt. Von Sarah Schröer López

Viele wissen nicht, was beim Grillen alles möglich ist", sagt Jörg Jockel, Inhaber des Grillfachgeschäfts BBQ Company. Seit vier Jahren führt Jockel das Geschäft und weiß genau, worauf man beim Grillen achten muss. Viele Menschen hätten nicht genug Geduld beim Grillen, sagt der Grillexperte. Das beste Beispiel dafür ist wohl die amerikanische Grillweise - American Barbecue -, die momentan im Trend liegt. "Low and Slow" ist die Devise, also niedrig und langsam: Bei niedriger Hitze wird das Fleisch zwischen 16 und 24 Stunden gegrillt. Die amerikanischen Rippchen leben von niedrigen Grilltemperaturen unter 100 Grad Celsius. Der Grill ist ein Gourmetstativ", betont Jockel.

Kartoffelsalat oder Baguette aus dem Ofen werden bei ihm nicht zum Grillfleisch gereicht. Jockel serviert lieber ein Drei-Gänge-Menü vom Grill. Zur Vorspeise gibt es dann zum Beispiel Flammkuchen, anschließend einen Braten oder Steaks und als Nachspeise ganz klassisch ein Schokoküchlein vom Grill. "Man könnte sogar Eis grillen", weiß Jockel. Das müsse dann aber vorher in Blätterteig verpackt werden.

Der Trend gehe momentan eindeutig zum Gas-Grill, verrät Jockel. Ein Vorteil sei die Kontrollierbarkeit des Grills: Er sei immer auf der gewünschten Temperatur und könne sich selbst reinigen. "Und letztlich schmeckt man keinen Unterschied zu Fleisch, das über Kohle gegrillt wurde", sagt der Grillexperte.

Wenn man sich aber doch für den traditionellen Kohle-Grill entscheidet, sei es wichtig, die richtige Kohle zu kaufen. "Man kann ruhig etwas mehr Geld in die Kohle investieren", findet Jockel. Der Verbrauch sei geringer und sie letzten Endes daher preiswerter.

Beim Fleisch schwört Jockel auf Produkte aus Argentinien und Uruguay. Von den marinierten Steaks aus dem Supermarkt rät er ab: "Die Marinade, die vor dem Grillen nicht ins Fleisch eingezogen ist, wird das beim Grillen auch nicht mehr tun. Stattdessen sorgt sie dafür, dass das Fleisch schneller verbrennt."

Neben seinem Grillfachgeschäft führt Jockel auch eine Grillschule. Während der Hauptsaison werden dort wöchentlich zwei bis drei Kurse angeboten.

Etwa 16 Personen lernen bei Basic-Seminaren oder zum Beispiel bei einem Fisch-Seminar zwischen vier und fünf Stunden alles über das richtige Grillen. Jockel bietet sogar eine "Ladies' Night" an und arbeitet so gegen das Klischee, dass Grillen reine Männersache sei.

Quelle: RP
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