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Duisburg
Ein Nahversorger und Brückchen sind unverzichtbar

Duisburg. Dafür, dass Rahm quasi am südöstlichen Ende von Duisburg liegt und zudem auch noch vergleichsweise klein ist, machen die Bürger des Stadtteils derzeit mächtig Front - gegen Überlegungen aus der Politik, aus der Stadtverwaltung und aus den Wirtschaftsbetrieben. Zum einen geht es um die Erschließung des Rahmer Buschfeldes als Wohngebiet und als Standort für einen neuen Supermarkt, zum anderen um den Abriss von kleinen Holzbrücken über den Rahmer Bach (wir berichteten über beide Themen).

Am Donnerstag wird die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Süd wie geplant einen - inzwischen allerdings überarbeiteten - Antrag zur Erschließung des Geländes Am Rahmer Buschfeld einbringen. Das bestätigte gestern deren Fraktionsvorsitzende Beate Lieske. In dem überarbeiten Antragsentwurf heißt es unter anderem, es solle ein "vorhabenbezogener B-Plan für den Supermarkt und ein Angebots- plan/Aufstellungsbeschluss für die Wohnbebauung aufgestellt werden". Der Supermarkt solle nicht mehr als 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche haben und insgesamt nicht mehr als 9000 Quadratmeter Fläche in Anspruch nehmen, legen die Antragsteller fest. Es wird weiterhin auch ein Verträglichkeitsgutachten (eventuelle Beeinträchtigungen der Nahversorgung in Großenbaum) gefordert.

"Damit ist aber noch keine Entscheidung gefallen, dass dort auch tatsächlich gebaut wird", sagt Beate Lieske. "Wir geben damit der Stadtverwaltung lediglich den Hinweis, dass sie schauen soll, was dort realisierbar ist." Die Beschwerden aus der Rahmer Bürgerschaft gegen einen Supermarkt auf diesem Grundstück seien ihr bekannt. "Aber es gibt auch andere Meinungen", sagt sie. Die Grundfrage, ob Rahm einen Nahversorger benötigt oder nicht, "die haben wir uns natürlich gestellt. Ich bin der Meinung, der Stadtteil benötigt einen Lebensmittelmarkt." Als Bissingheimerin wisse sie, wie es ist, keinen Nahversorger mehr im Stadtteil zu haben. Der vorhandene an der Kirche in Rahm sei zu klein, als dass sich dafür dauerhaft ein Betreiber finden lasse. Es gebe erste Planungen eines Architekten aus Mülheim, die deutlich machen würden, "dass dieser Supermarkt bei weitem nicht so groß würde, wie der im Angerbogen." Genau dies ist aber die Sorge vieler Anlieger, die gegen die Planung wehren.

Protest gibt es weiterhin gegen den Abriss von Brückchen über den Rahmer Bach mit dem Ziel, Hochwasser zu verhindern. Die Interessengemeinschaft "Rahmer Bach" hat nach einem Ortstermin den Eindruck, dass für die Wirtschaftsbetriebe der Abriss alternativlos ist. Sie wendet hingegen ein, dass die Ursache für die immer wieder auftretenden Überschwemmungen keineswegs in den Brückchen zu sehen sei. Denn das Wasser staue sich beispielsweise an der "Lügenbrücke" am Thelenbusch hinter und nicht vor der Überführung. Eine Anhebung der kleinen Holzbrückchen reiche aus. Der Abriss hingegen sei in jedem Fall eine Behinderung für die Bürger und nicht, wie von den Wirtschaftsbetrieben erläutert, eine Behinderung des geordneten Wasserablaufes.

(hch)
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