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Duisburg
Eltern haben für Pläne wenig Verständnis

Duisburg: Eltern haben für Pläne wenig Verständnis
Die Huckinger Grundschule liegt auf einem so großen Gelände, dass ein Teil davon nun verkauft und mit Wohnhäusern bebaut werden soll. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Das IMD informierte in dieser Woche an der Grundschule Huckingen über einen möglichen Grundstücksverkauf. Der hätte zur Folge, dass das Gelände für die wachsende Schule deutlich kleiner wird. Von Hildegard Chudobba

In Huckingen werden in absehbarer Zeit etliche hundert Familien mehr wohnen als heute. Der Stadtteil an der Grenze zu Düsseldorf ist als Wohnort sehr beliebt. Und darum entwickelt die Stadt bekanntlich gerade am Angerbogen ein großes Neubaugebiet. Die Grundschulkinder, die dort mit einziehen, werden zur Albert-Schweitzer-Straße laufen. Dort werden die Erst- bis Viertklässler aus Huckingen und aus Ungelsheim in der Grundschule untergebracht. Diese ist bislang vierzügig und soll ab dem Sommer sogar fünfzügig werden, obwohl in dem Neubaugebiet Angerbogen noch nicht einmal eine einzige Baugrube ausgehoben ist. Doch die Stadt plant, die Schule zu verkleinern.

Wie das? fragen sich die Eltern und Lehrer und setzen zur Zeit alle Hebel in Bewegung, damit diese Überlegungen nicht Realität werden. Das Gelände der Albert-Schweitzer Schule ist sehr groß, weil dort früher auch noch eine Förderschule bzw. eine Berufsschule untergebracht waren. Die Grundschule benötigt nicht alle in den verschiedenen Gebäudeteilen vorhandenen Räume, aber den überwiegenden Teil, und zwar nicht nur für den Unterricht, sondern auch für die Über-Mittag-Betreuung. Theoretisch könnten die Kinder zwar nach Unterrichtsende auch in ihren Klassenzimmern bleiben. Aber ob das sinnvoll ist, fragen sich die Eltern? Trägt nicht gerade ein Wechsel der Umgebung dazu bei, Abstand zum Gelernten zu bekommen und nach dem Mittagessen in anderer Umgebung die Hausaufgaben zu erledigen oder zu spielen? Alexandra Jockel ist davon überzeugt, dass die Betreuung und der Unterricht aus pädagogischen Gründen getrennt sein sollten. Sie ist Schulpflegschaftsvorsitzende an der Grundschule und weiß die Eltern hinter sich.

Alexandra Jockel will nicht warten, bis der Stadtrat entscheidet. FOTO: Christoph Reichwein

Dass sich die Stadt von einem Teil des Grundstücks (und damit auch der Gebäude) trennen will, um es als Baugrund zu verkaufen, kann sie nicht ganz nachvollziehen. Die Grundschule sei eine wachsende, dort werde hervorragende Arbeit geleistet, und die Entwicklung Huckingens mache diese Größe notwendig. Karl Wilhelm Overdick, Geschäftsfrüher des Duisburger Immobilien Management und zuständig für die Gebäudeplanungen, bestätigt, dass über die Verwendungen eines Teils des Schulgeländes als Baugrund nachgedacht wird. "Wir arbeiten aber noch an der Planung", sagt er. Frühestens im April oder Mai werde das Thema dem Stadtrat (und vorher der Bezirksvertretung Süd) vorgelegt. Ob die Schule trotz Wachstums den heutigen Raum benötige oder auch mit weniger auskommen kann, das werde gerade erst ermittelt. Bei einem Gespräch von Schulamt und IMD in dieser Woche in der Schule vermittelten die Experten den Eltern allerdings den Eindruck, dass für sie die Verkleinerung bereits beschlossene Sache ist. So wurde die Schulgemeinde zum Beispiel darauf hingewiesen, dass sie möglicherweise zu viel Raum für die Über-Mittag-Betreuung belegt, was die Schulpflegschaftsvorsitzende bestreitet. An der Huckinger Grundschule haben die Eltern selbst diese Betreuung übernommen, die anderswo über die Stadt gemanagt wird.

Alexandra Jockel will nicht tatenlos abwarten, bis der Stadtrat entscheidet. Sie und ihre Mitstreiter haben Kontakt zur Bezirks- und Ratspolitik aufgenommen und wissen zum Beispiel den Bürgerverein Huckingen hinter sich. Keineswegs lehnt die Schulpflegschaft es ab, dass Teile des weitläufigen Schulgrundstücks an der Anger abgetrennt und zur Bebauung freigeben werden, aber eben weniger Quadratmeter, als es bislang angedacht wird.

Quelle: RP
 
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