| 17.10 Uhr

Duisburger Hafen
Fußgängerbrücke auf die Mercatorinsel

Duisburg. Eigentlich ging es Mittwoch um den ersten Spatenstich für ein Logistikcenter. Dabei wurde klar, dass die Insel in Duisburg-Ruhrort einen Park und eine Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe erhält und per Fuß von Ruhrort aus erreichbar wird. Von Mike Michel

Der jahrelange Dornröschenschlaf der Mercatorinsel wird jetzt beendet. Mit dem gestrigen symbolischen Spatenstich für ein neues Logistikzentrum der Daimler AG erhält die Halbinsel nicht nur eine riesige Gewerbehalle und ein Bürogebäude, sondern auch einen neuen Park auf der Inselspitze zur Friedrich-Ebert-Brücke hin, einen neuen Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe sowie eine Fußgängerbrücke von Ruhrort über das Hafenbecken auf die Mercatorinsel.

Rund 15 Millionen Euro investiert die Hafen-Gruppe in den Bau einer rund 200 Meter langen, 125 Meter breiten und etwa zwölf Meter hohen Halle sowie eines 1500 Quadratmeter großen Bürokomplexes. Dazu kommen weitere Millionen für die Gestaltung des Parks, der Anlegestelle und der Fußgängerbrücke. In der Halle wird ein sogenanntes CKD-SKD-Zentrum für die Daimler AG errichtet. Die Buchstabenkürzel stehen für "Completely knocked down" beziehungsweise "Semi knocked down" und bezeichnen die vollständige beziehungsweise teilweise Zerlegung von Fahrzeugen in Einzelteile. Der Logistikdienstleister DB Schenker wird im Auftrag von Daimler Komponenten von Mercedes-Transportern wie beispielsweise des "Sprinters" zusammenstellen, verpacken und verschiffen. Per Container gehen die Fahrzeugteile dann nach Rotterdam und andere Überseehäfen, um in andere Kontinente verschifft zu werden. "Vorrangig werden wir von hier aus die Werke auf dem amerikanischen Markt beliefern", erläuterte Dr. Jörg Homering von der Daimler AG Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts.

Der für den Hafen zuständige Projektleiter Dr. Ghanem Degheili geht davon aus, dass der Probetrieb in der neuen, 25.000 Quadratmeter großen Halle bereits im Oktober anläuft. Ende des Jahres könnte dann bereits der reguläre Betrieb starten. Die Anlieferung der Fahrzeugteile wird größtenteils über das DeCeTe-Terminal in Ruhrort erfolgen, so dass sich hier viel Verkehr auf hafeninternen Strecken abwickeln lässt. Über die Zahl der künftig verschickten Container wollte sich Homering "aus Wettbewerbsgründen" nicht äußern. Bis zu 500 Arbeitsplätze sollen im neuen Logistikzentrum entstehen.

Hafen-Chef Erich Staake geht davon aus, dass auch für einen möglichen zweiten Bauabschnitt für eine weitere Halle in dieser Größe bald ein Interessent gefunden werden kann. Im Sommer soll die Ausschreibung für den rund 35.000 Quadratmeter großen Park auf der Inselspitze erfolgen. Das sorge dafür, dass die Skulptur "Das Echo des Poseidon" von Markus Lüpertz ein attraktives Umfeld bekomme, so Staake. Wenn der Park eröffnet wird, soll auch der Treppenzugang von der Friedrich-Ebert-Brücke aus nutzbar gemacht werden.

OB Sören Link war ein integriertes Gesamtkonzept für die Mercatorinsel besonders wichtig. "Das ist gut für Duisburg und für Ruhrort", befand das Stadtoberhaupt. Die Fußgängerbrücke wird an einer schmaleren Stelle des Hafenbeckens errichtet. Sie darf keine Stützen ins Wasser haben, um die Schifffahrt nicht zu behindern.

Für die neue Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe komme man dem Boom in diesem Touristikbereich nach. Dazu kommt auf der Insel zur Ruhrorter Seite hin eine breit angelegte Promenade. Nicht weit entfernt an der Mühlenweide gibt es bereits eine Anlegestelle für die Kreuzfahrtschiffe. Der neue Steiger soll auch gleich noch Busparkplätze erhalten, um den hier aussteigenden Touristen noch mehr Komfort bieten zu können.

Schon im Vorfeld hatte es in Ruhrort Kritik an einer logistischen Nutzung eines Filetgrundstücks gegeben. "Die Mercatorinsel erhält eine deutliche Aufwertung", hielt Erich Staake gestern den Kritikern entgegen.

Er erinnerte daran, dass die Insel früher als Erzumschlagstelle für das Stahlwerk in Dortmund und für Vöst Alpine in Österreich diente. "Da war die ganze Insel rot, und wer in Ruhrort draußen ein weißes Tischtuch aufdeckte, der konnte sehen, dass es bald nicht mehr weiß war", so Staake.

Quelle: RP
 
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