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Duisburg
Härtetest für Dieter Malzacher

Duisburg. Die Duisburger Theatervorstellungen in der Vorweihnachtszeit für kleine und große Kinder haben begonnen. Als erstes kam wieder einmal das "Malzacher Figurentheater" ins Foyer III, diesmal mit "Hänsel und Gretel". Von Ingo Hoddick

Im Foyer III unter dem Dach des Duisburger Theaters und auch auf der großen Bühne gibt es jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit hochkarätige Vorstellungen für kleine und große Kinder. Als erstes kam jetzt wieder einmal das "Malzacher Figurentheater", wie inzwischen fast jedes Jahr. Dieter Malzacher ist studierter Künstler und Schauspieler, er baut seine Figuren selbst und spielt seit vielen Jahren seine parodistischen und kommunikativen Stücke auf die verschiedensten Bühnen, von Kindergärten und Schulen über Theater und Festivals bis zu Gartenfesten. Nicht alle sind für Kinder, und auch seine Märchenadaptionen sind für Erwachsene gleichermaßen interessant und witzig. Die skurrilen Figuren erwecken die bekannten Märchen zu surrealem Eigenleben. In Duisburg erfreuten schon "Zwerg Nase" und zuletzt "Hans im Glück" und das "Rumpelstilzchen" (die RP berichtete). Nun war also "Hänsel und Gretel" nach dem Märchen der Brüder Grimm an der Reihe.

Das ist nun nicht so leicht zu ironisieren wie andere Märchen, denn es geht darin um existenzielle Bedrohungen. Damit sind nicht die großen Schmerzen gemeint, die der Märchentierarzt diesmal hat. Er hat sich den Finger verbrannt, als er Frau Knäuschen, die alte Hexe, aus dem Backofen retten musste. Und er erzählt, wie es dazu kam. Es handelt sich nämlich um eine Geschichte von bitterer Not, von Hunger, von Eltern, die keinen anderen Ausweg sehen, als ihre Kinder im Wald auszusetzen. Von zwei kleinen Kindern, die den Gefahren des tiefen Waldes trotzen, die selbst die kinderfressende Hexe überlisten und mit Schätzen beladen zurückkehren zu ihren traurigen Eltern.

Das war diesmal ein Härtetest für Malzacher, der der mit allen Publikums-Wassern gewaschen ist, denn das Foyer III war nicht nur ausverkauft, sondern vor allem gefüllt mit einer Schulklasse mit vorwitzigen Migrantenjungs. Meist waren die Kommentare pfiffig. Als Malzacher zum Beispiel anmerkte, das was Hänsel da auf dem Kopf trage seien keine Kopfhörer, sondern Ohrenschützer gegen die Kälte, kam es von allen Seiten: "Kopfhörer... Kopfhörer! Klar, das sind Kopfhörer!" An einer Stelle wurde es aber sogar Malzacher zu bunt und er fragte: "Wer gähnt da eigentlich immer so unverschämt?" Er kriegte aber wieder die Kurve und meint: "Na ja, wenn man mir früher was erzählt hat, wurde ich auch immer so müde."

Als nächstes kommt im Foyer III am Freitag, 15. Dezember, um 11 Uhr, und am Samstag, 16. Dezember, um 15 Uhr, wieder das herrlich überdrehte szenische Live-Hörspiel "Der kleine Wassermann" nach Otfried Preußler von Theaterensemble Toboso Essen, für alle ab vier Jahren. Und am Samstag, 23. Dezember, um 15 Uhr, bringt das Kom'ma-Theater Duisburg noch einmal die etwas andere Weihnachtsgeschichte "Ox und Esel" von Norbert Ebel. für alle ab sechs Jahren.

Karten gibt es am einfachsten im Internet unter karten@theater-duisburg.de.

Quelle: RP
 
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