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Duisburg
Im Mittelpunkt stand diesmal das Horn

Duisburg. Das jüngste, elfte Philharmonische Konzert im Theater am Marientor war zugleich ein Abschiedsgruß an den philharmonischen Solo-Hornisten Ioan Ratiu, der nach 32 Jahren in den Ruhestand geht. Von Ingo Hoddick

Das Horn war schon fast so etwas wie ein versteckter roter Faden der bald zu Ende gehenden Duisburger Konzertsaison. Duisburgs "Artist in residence" (Gastkünstler) 2015/16 war der Weltklasse-Hornist Radek Baborák (die RP berichtete). Gastdirigent im jüngsten, elften Philharmonischen Konzert im Theater am Marientor (TaM) war der 1975 geborene Constantin Trinks, selbst von Hause aus Hornist. Sein Programm, eine kluge dreifache Steigerung, wirkte vielfach vom Hornklang gesättigt. Und zugleich war der Abend ein Abschiedsgruß an den philharmonischen Solo-Hornisten Ioan Ratiu, weithin geschätzt auch als Pädagoge und Kammermusiker, der jetzt nach 32 Jahren in den Ruhestand ging.

Zunächst gab es jenen "Kaiserwalzer" op. 437, den Johann Strauss (Sohn) zur Einweihung der Berliner Königsbau-Konzerthalle im Herbst 1889 komponierte - zunächst unter dem Titel "Hand in Hand", als Anspielung auf einen Toast des österreichischen Kaisers Franz Joseph auf den Deutschen Kaiser Wilhelm II. Der eher sehr wienerische Walzer beginnt dann auch mit einem "preußischen" Marsch. Im TaM hatte das Werk mehr Klarheit als Schwung. Dann folgten zwei der besten Werke von Robert Schumann. Das eine war das Konzertstück für vier Hörner und Orchester F-Dur op. 86 (1849), eine großartige Mischung aus Bravour und Sanglichkeit.

Die Solisten Ioan Ratiu, David Barreda Tena, Nicolai Frey und Waltraud Prinz saßen hier in der ersten Reihe vor ihren philharmonischen Kollegen, so wie ihre Instrumente in dieser Komposition vielfach mit dem Orchester verflochten sind, vor allem das teilweise sehr hoch geführte erste Horn. Leider trat das entgegengesetzte Extrem ein und es fiel nicht ganz leicht, die sicherlich vorzüglichen Solisten aus dem Gesamtklang heraus zu hören.

Das andere war Schumanns längste Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61 (1845/46). Darin setzt sich der Komponist mit seinen Vorbildern Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert auseinander, um daraus etwas ganz Eigenes zu gestalten. Constantin Trinks' Schumann-Aufführungen litten ein wenig an zu viel Streichern und zu wenig Prägnanz, in der Sinfonie waren die Holzbläser zum Teil kaum zu hören. Dabei gab es durchaus gute Ansätze, zum Beispiel verfehlte das angemessen knallige Pauken-Solo am Ende seine Wirkung nicht.

Quelle: RP
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