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Duisburg
Integration ist keine Einbahnstraße

Duisburg. Das Projekt "SESAM soll internationale Unternehmen beraten und stärken. Von Jan Luhrenberg

In der Region Niederrhein mit Duisburg und den Kreisen Kleve und Wesel ist der Anteil der internationalen Unternehmen überdurchschnittlich hoch: Fast jedes zehnte und insgesamt mehr als 5000 Unternehmen zählen dazu. Zudem hat jeder vierte Unternehmensgründer in der Region einen Migrationshintergrund. Diese Betriebe schaffen nicht nur Arbeitsplätze, sie helfen auch bei der Integration von Zugewanderten. Vor drei Jahren ist ein Projekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gestartet, das die Herausforderungen und Hürden, aber auch die Stärken und Potenziale dieser Unternehmen untersucht. Durchgeführt wurde "SESAM - Spezifische Aktivierung von Migrantenunternehmen in der Region Niederrhein" von der Stadt Duisburg, dabei stellvertretend von der Stabsstelle für Wahlen, Europaangelegenheiten und Informationslogistik. Das Projekt kommt zu dem Schluss, dass Integration nur gemeinsam erfolgreich gestaltet werden kann. "Integration ist keine Einbahnstraße", sagt der Unternehmensberater Hüseyin Çokta. Vielmehr sei es die gemeinsame Aufgabe von allen, die Integration von Zugewanderten zu gestalten. Integration müsse mehr Bereiche als den Arbeitsplatz umfassen und auch in Zukunft noch deutlicher angestrebt werden. Das Lernen der deutschen Sprache allein reiche für eine Integration nicht aus. Zugewanderte müssten sich beispielsweise auch der deutschen Kultur öffnen und sich auf Feste wie Karneval oder Weihnachten einlassen.

Mit Sorge wird der Blick allerdings auf den Arbeitsmarkt gerichtet: Menschen mit Migrationshintergrund würden in der Berufswelt häufig diskriminiert. So haben sie unter anderem deutlicher weniger Chancen, einen Job zu finden. Zwar gebe es bereits entsprechende Instrumente, wie anonymisierte Bewerbungsverfahren, die dem entgegenwirken. Doch das Projekt verweist darauf, dass Diskriminierungen dann häufig zutage kommen, wenn es um höhere berufliche Positionen geht.

Das Ziel von "SESAM" ist es, Unternehmen gezielt zu unterstützen und dabei vor allem auch auf den drohenden Fachkräftemangel vorzubereiten. Die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter sollte möglichst erhalten und gestärkt werden.

Mit Hilfe von Materialien und Beratung hilft das Projekt dabei, die Personalentwicklung eines internationalen Unternehmens strategisch und langfristig auszurichten. Dazu wird einem Betrieb zunächst dabei geholfen zu ermitteln, welche Qualifizierungen überhaupt nötig sind. In einem nächsten Schritt bekommen diese einen Rat, wie das vorhandene Personal am besten eingesetzt werden kann und wie sich das Unternehmen in Zukunft aufstellen sollte. Zudem möchte das Projekt sprachliche Barrieren sprengen und Kenntnisse über behördliche Anforderungen und Strukturen sowie Finanzierungsmöglichkeiten vermitteln.

Auf der Internetseite des Projektes befindet sich ein Selbstcheck für internationale Unternehmen. Nach der Beantwortung eines Fragebogens wird deutlich, an welchen Punkten noch Handlungsbedarf besteht. Anschließend kann eine Beratung angefordert werden.

Der Fragebogen ist unter www.sesam-niederrhein.de/sesamtoolbox/ abrufbar.

Quelle: RP
 
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