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Unsere Woche
Mehr Macher sind gefragt

Duisburg. Keine Veranstaltung in der Stadt (vom MSV-Schicksalsspiel gestern Abend einmal abgesehen) zog in dieser Woche so viele Besucher an, wie der Stahlaktionstag am Montag. Geschätzte 16.000 sollen es gewesen sein, die vor der Thyssen-Hauptverwaltung für faire Wettbewerbschancen in der europäischen Stahlbranche demonstrierten. Das unterstreicht, wie groß die Sorge hier ist, durch EU-Gesetzgebung benachteiligt zu werden und gegen den starken Konkurrenten China zu verlieren. Welche Folgen dies für unsere Stadt hätte, kann sich jeder ausmalen, der das Ende von Krupp in Rheinhausen miterlebt hat. Damals wurde der Verlust an Arbeitsplätzen noch halbwegs aufgefangen. Heute würde das angesichts der geänderten wirtschaftlichen Rahmendaten in Duisburg und in NRW sehr viel schwieriger werden. Hinzu kommt, dass Duisburgs Image (immer noch, bzw. wieder) miserabel ist.

In der kommenden Woche beginnt die IHK mit einer Befragung der Duisburger zu ihrer Innenstadt. Tags zuvor, also am morgigen Sonntag, sind die Bürger eingeladen, Ideen zur Aufwertung des Stadtimages einzubringen. Beide Aktionen sind ein Ergebnis des Masterplans, dessen Entwicklung IHK und Unternehmerverband seit gut einem Jahr vorantreiben. Es ist gut, dass sich diejenigen, die hier arbeiten, Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und abseits von Politik und Stadtverwaltung Verantwortung tragen, Gedanken um Duisburgs schlechten Ruf machen. So gut Anregungen von außen sind, sie nutzen aber nur, wenn sie von den Entscheidern auf der anderen Seite aufgegriffen werden. Also von unserer Stadtspitze und dem Rat. Gehen sie darauf ein, laufen sie Gefahr, dass ihnen vorgeworfen wird, sie seien selbst ideenlos und nicht initiative genug. "Mauern" sie, wird ihnen Ignoranz und Arroganz vorgehalten werden. Schwierige Situation für Duisburgs OB und seine Kollegen und für die verantwortlichen Politiker!

Was im Sinne Duisburgs wäre? Ganz einfach! Alles was der Stadt gut tut. Und das sind mehr Macher und weniger Schwätzer, mehr Entscheider und weniger Bedenkträger, mehr Politiker mit Sachverstand und weniger Posten- und Pöstchenschacherer.

hildegard.chudobba@rheinische-post.de

Quelle: RP
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