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Duisburg
Offen für alle Konfessionen

Duisburg. Der neue jüdische Kindergarten in der Innenstadt wurde gestern eröffnet. Er befindet sich in den Räumen des ehemaligen katholischen Liebfrauen-Kindergartens. Von Chantal Franco

"Wir haben es geschafft!", so die Begrüßungsworte des Vorstandsvorsitzenden der jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim /Ruhr-Oberhausen, Jacques Marx. Ein langgehegter Traum habe sich endlich erfüllt: die Eröffnung des ersten jüdischen Kindergartens in Duisburg an der Kardinal-Galen-Straße.

In der Landeshauptstadt gibt es eine solche Einrichtung bereits seit längerer Zeit. Hier ein ähnliches Projekt auf die Beine zu stellen, schien lange eine Wunschvorstellung zu bleiben.

Doch seit der Einwanderungswelle aus der ehemaligen UdSSR hat sich die Gemeinde verjüngt. Es gibt wieder genug Kinder, deren Eltern sich eine Erziehungsstätte wünschen, in der jüdische Traditionen gelebt werden.

Verständnis fördern

Der neue Kindergarten steht allerdings nicht nur jüdischen Kindern offen. Auch Christen und Muslime werden hier spielerisch etwas über die jüdische Religion und Kultur erfahren. Betreut werden sie von Erziehern, die ebenfalls verschiedene religiöse Hintergründe haben.

"Glaubensgemeinschaften leben davon, dass ihre Geschichten lebendig erinnert werden", so Superintendent Armin Schneider von der evangelischen Kirche in Duisburg. Sich mit seiner und anderen Religionen auseinanderzusetzen, fördere die Dialogfähigkeit, die für ein friedliches Zusammenleben heutzutage unerlässlich sei.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland sagte in Anlehnung an ein Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau: "Wer einen Kindergarten baut, will, dass Generationen bleiben." Der Rabbiner der jüdischen Gemeinde, Yaacov Zinvirt, wünschte Kindern und Mitarbeitern, dass im Haus immer Frieden und gute Atmosphäre herrsche und brachte zu diesem Zweck eine traditionelle jüdische Mesusah an, ein Gehäuse für ein Schriftstück mit Texten aus der Thora.

Kinder sind begeistert

Der Kindergarten stößt aber nicht nur bei den Kindern, die ihr neues Zuhause gestern mit Begeisterung "erstürmten", auf positive Resonanz. Die Mutter von Emma zum Beispiel ist glücklich, sich für den jüdischen Kindergarten entschieden zu haben. "Emma wird Ende August drei Jahre alt.

Sie soll schon im frühen Alter lernen, mit kulturellen Unterschieden umzugehen und zu verstehen, dass sie mit Kindern aus allen Kulturkreisen befreundet sein kann. Da dieser Leitgedanke hier vermittelt wird, bin ich davon überzeugt, dass mein Kind hier gut aufgehoben ist." Tochter Emma schien derselben Meinung zu sein. Sie nahm ihre Mutter mit auf eine erste Erkundungstour.

Quelle: RP
 
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