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Duisburg
Pater nimmt mit Flüchtlingen am Innenhafenlauf teil

Duisburg. Pater Tobias nimmt Menschen mit, mit in die Kirche, mit in die Gesellschaft und seit wenigen Wochen auch mit zum Lauftraining. Zum Beispiel Nasratullah Khairzada. Der junge Mann aus Afghanistan beherrscht fünf Sprachen. Er schnauft, bleibt stehen und stützt die Hände in die Seiten. Deutsch lernt er gerade und "Seitenstiche" gehört sicher nicht zu seinen ersten Vokabeln. Die ersten Laufschuhe, Hosen und Shirts haben die Männer vom Projekt LebensWert bekommen. Auch Mitbürger fragen, welche Größen benötigt werden und fahren los, um Schuhe und Socken zu kaufen. Jetzt haben zwölf der jungen Männer, die derzeit in der Notunterkunft Turnhalle Usedomstraße wohnen, ein neues Ziel. Sie werden zusammen mit Pater Tobias am 15. August beim Innenhafenlauf an den Start über den Zehnkilometer-Wettkampf gehen und somit als Sponsorenläufer Geld für arme Kinder sammeln. Zwei- bis dreimal pro Woche trainiert die Gruppe von derzeit zwölf Personen mit dem Marathon-Pater und zwei weiteren Laufbegeisterten aus Neumühl, Uwe Heinrich und Barbara Hackert.

Auch Aggassimo Diallo aus Guinea freut sich über seine Laufschuhe und das Training. Nachdem er erlebt hat, dass die deutschen Lauffreunde Spaziergänger mit einem freundlichen "Hallo" begrüßen, grüßt er fortan jeden, dem die Gruppe begegnet. So können die Flüchtlinge zumindest für eine Stunde ihre schlimmen Erlebnisse, die sie hatten, zur Seite schieben. Neben dem Lauftraining gibt Pater Tobias immer wieder Tipps über gute Ernährung. Schließlich soll es ja bei den zehn Kilometern nicht bleiben. "Die nächste Hürde wird ein Halbmarathon sein, vielleicht für den einen oder anderen guten Läufer auch noch ein Marathon (42,195 Kilometer) in diesem Jahr", so der Pater.

Ein weiterer Läufer, Thierno Djiwo Bobo Diallo, wird wohl im Oktober seinen ersten Marathon mit dem Pater in Magdeburg laufen. Tobias hat bereits drei Marathons in diesem Jahr geschafft und wird bis Ende des Jahres noch vier Marathons laufen. Da gibt es noch genug Gelegenheit für die Flüchtlinge, den Pater bei einer seiner nächsten Marathonläufe zu begleiten. Es würden gerne noch mehr Personen, die derzeit in der Turnhalle leben, zum Lauftreff kommen. Dazu sind aber geeignete Schuhe und Sportkleidung notwendig. Sach- und Geldspenden sind daher sehr willkommen.

Spendenkonto: Projekt LebensWert, Bank im Bistum Essen, BIC: GENODED1BBE und IBAN: DE34360602950010766036, Stichwort "Lauftreff".

Quelle: RP
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