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Duisburg
Schon für nur 900 Euro renoviert

Duisburg: Schon für nur 900 Euro renoviert
Zum 84. Mal war Heribert Hölz bereits in Bosnien und verteilte Hilfsgüter. Oben rechts: Ursula und Heribert Hölz mit Kardinal Vinko Puljic, der im kommenden Jahr zu einem Gegenbesuch nach Buchholz kommen soll. FOTO: Hölz
Duisburg. Heribert Hölz brachte wieder Spenden nach Bosnien. Der Caritas-"Unruheständler" konnte zudem bei seiner jüngsten Tour auch noch ganz spontan in einer Behinderten-Einrichtung helfen. Von Volker Poley

Im April war Heribert Hölz zum 84. Mal in Bosnien. Seit 24 Jahren ist der heute 73-Jährige unermüdlich für die von ihm ins Leben gerufene Bosnien-Hilfe der Caritas unterwegs. Der "Entwicklungshilfe-Einzelkämpfer" generiert seit vielen Jahren ideenreich und unkonventionell Spendengelder, mit denen die vielfältigen Projekte in Bosnien finanziert werden. Hölz arbeitet mit der Caritas und Kirchenvertretern vor Ort zusammen, von der zweckmäßigen Verwendung der Gelder überzeugt er sich bei seinen Bosnien-Aufenthalten, zu denen er dreimal im Jahr aufbricht, regelmäßig selbst. Bei diesen Touren durch das "immer noch bitterarme Land" ist der Caritas-Mann ständig darauf vorbereitet, auch spontan Hilfe zu leisten. Anfang des Jahres hatte den ehemaligen Sozialarbeiter eine E-Mail eines jungen Moersers erreicht, der im Auftrag der katholischen Friedensorganisation "Pax Christi" ein freiwilliges soziales Jahr in der bosnischen Kleinstadt Derventa in einer privaten Behinderten-Einrichtung absolviert. Milan Zmrzlak hatte von Hölz` Bosnien-Engagement gehört und ihn um Unterstützung gebeten. "Der Ort lag an meiner Route", zeigte sich der Niederrheiner, der bei seinem aktuellen Trip von seiner Frau Ursula und drei ehrenamtlichen Helfern begleitet wurde, nicht abgeneigt, der Einrichtung im Nordosten Bosniens einen Besuch abzustatten.

Was das Entwicklungshilfe-Team vor Ort zu sehen bekam, war "schon erschreckend". In einem alten Feuerwehrhaus ("eine Bruchbude") wurden rund 60 behinderte Menschen - Erwachsene und Jugendliche - unter einfachsten Bedingungen betreut. Die private Behinderten-Einrichtung mit dem Namen "Sunce" (Sonne) verfügt kaum über eigene Mittel und ist nur von Spenden aus der Bevölkerung abhängig. "Die leben dort von der Hand in den Mund", schilderte der Mitarbeiter der Buchholzer Caritas die Situation, die er dort antraf. Dem Engagement des in Deutschland geborenen und dort aufgewachsenen Milan Zmrzlak zollte er höchsten Respekt: "Milan hat in einem Crash-Kursus kroatisch gelernt, damit kommt man in der Vielvölker-Region gut klar." Hölz' habe sich fast geschämt, den Verantwortlichen vor Ort "nur 500 Euro" geben zu können, aber es mussten ja noch etliche Projekte wie die Suppenküche in Zenica, das Schul- und Internatsprojekt, die Alten- und Krankenhilfe und das Schafherdenprogramm für die Kleinbauern und vieles mehr finanziell unterstützt werden. Ehefrau Ursula steuerte aus ihrer privaten "Bosnien-Sammel-Kasse" noch weitere 400 Euro bei, bevor man sich verabschiedete.

Die E-Mail, die Heribert Hölz nach seiner Rückkehr erhielt, überraschte ihn schon. Der junge "Pax Christi"-Helfer bedankte sich überschwänglich und schilderte, dass "Sunce" mit Hilfe der 900-Euro- Spende total renoviert werden konnte. Für die Helfer dort sei das "wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern zusammen".

Im kommenden Jahr wird die Bosnien-Hilfe 25 Jahre alt. Das Jubiläum soll gebührend gefeiert werden. Heribert Hölz hat schon Ideen. Derzeit knüpft er Kontakte zu Vinko Puljc, dem Kardinal von Sarajewo. Der "Metropolit für Südost-Europa" kennt die Arbeit der Bosnien-Hilfe und schätzt das Engagement des Caritas-Unruheständlers. "Der Kardinal hat zugesagt, nach Buchholz zu kommen", freut sich Heribert Hölz, der derzeit abklärt, ob aus diesem Anlass ein Gottesdienst in der Buchholzer St. Judas Thaddäus-Kirche abgehalten werden kann.

Wer die Aktivitäten von Hölz unterstützen will, kann dies mit Geldspenden: Empfänger: Caritas Duisburg IBAN: DE 14 3505 0000 0200 1403 05

Quelle: RP
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