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Lokalsport
Dritte Halbzeit mit Rudelbildung vor der Bank

Fussball. Nach dem 3:1-Sieg des VfB Homberg gegen die VSF Amern wird geschimpft und gestritten. Von Thomas Tartemann

Zum Schluss lagen die Nerven blank. Einige Fußballer, Betreuer und der Torwarttrainer des Landesligisten VSF Amern setzten nach der 1:3 (0:1)-Niederlage beim VfB Homberg zur dritten Halbzeit an. Es gab eine Rudelbildung vor der Gästebank und wechselseitige Beschimpfungen. Hombergs Trainer Stefan Janßen griff beruhigend ein, trennte die Streitteilnehmer, zu denen auch sein Einwechselspieler Timo Friede zählte. Friede gab den Vereinigten Sportfreunden im Kabinengang noch mit auf den Weg, "besser ganz schnell nach Hause zu fahren."

Auslöser für die Emotionen war offenbar das späte 3:1 des VfB Homberg, das Sergen Sezen in der Nachspielzeit nach einem Lauf auf das leere Amerner Tor erzielte. "Da haben einige wohl Abseits reklamiert, aber das war ein regulärer Treffer", zuckte Stefan Janßen mit den Schultern. Nach zwei hochkochenden Minuten fuhren alle Kontrahenten die überhitzten Aggregate wieder herunter.

Vorbildlich: Hombergs Eric Holz und Amerns Rene Jansen gaben sich zwei Meter neben dem Getümmel mit den Worten "das muss doch alles nicht sein" die Hand. VfB-Kapitän Thomas Schlieter fand den Nebenkriegsschauplatz "unnötig" und erklärte im Gespräch mit der Sportredaktion cool: "So ein Tumult interessiert mich nicht. Das ist nicht mein Niveau. Wir sind froh, dass wir unseren positiven Lauf fortgesetzt haben."

Die Homberger sind seit nunmehr sieben Spielen ungeschlagen, haben davon sechs Partien gewonnen und dabei satte 22:2 Treffer herausgeschossen. Aus diesem Holz sind eigentlich Titelanwärter geschnitzt, aber Coach Janßen weiß nur allzu gut, dass die Spielzeit nach wie vor kein Selbstläufer ist. "Es geht jede Woche wieder von vorne los, wir müssen uns immer zu 100 Prozent konzentrieren, dazu laufen, rennen und kämpfen. Gegen die Mannschaft aus Amern hat man deutlich gesehen, wie schwer wir es uns gemacht haben."

Der erneut starke Eric Holz traf zur 1:0-Fürhung in der 35. Minute, Marcel Kalski legte nach dem Seitenwechsel das 2:0 nach (53.). Als Amern durch Maximilian Gotzens Abstauber auf 2:1 herankam (68.), wurde es teilweise knifflig. VfB-Keeper Philipp Gutkowski hielt sein Team mit einer starken Parade auf der Siegerstraße (81.). Zum Schluss schmiss Amern alle Fesseln über Bord, beorderte selbst Torwart Dennis Metten an die Mittellinie, was Homberg zum 3:1 nutzte. Janßen: "Ich bin zum einen erleichtert, zum anderen aber angefressen über 15 ungeordnete Minuten."

Quelle: RP
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