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Duisburg
Uni-Archiv wird zehn Jahre alt

Duisburg: Uni-Archiv wird zehn Jahre alt
Dr. Hendrik Friggemann ist Leiter des Archivs, zu dem die Matrikelbücher der Duisburger Hüttenschule gehören, einer Einrichtung, die 1891 von Bochum nach Duisburg umzog. FOTO: UDE
Duisburg. Sie bewahren das, was andere übersehen: Wenn es darum geht, die Altakten der Universität Duisburg-Essen (UDE) zu sichten, helfen Dr. Hendrik Friggemann und sein Team vom Uni-Archiv dabei, Wesentliches von Unwichtigem zu trennen.

Was historisch wertvoll ist und Wissenschaftsforscher interessieren könnte, bekommt hier ein wohlgeordnetes neues Zuhause - und eine unverwechselbare Nummer: Akten, Urkunden, Baupläne, Fotos oder Stempel. Seit dem 26. April besteht diese UDE-Einrichtung mit Langzeitgedächtnis genau zehn Jahre. Archivleiter Dr. Hendrik Friggemann: "Die UDE zählt zu den größten Universitäten in Deutschland, deswegen benötigt sie auch ein professionell geführtes Archiv. So können rechtlich und historisch bedeutende Unterlagen gesichert und dauerhaft aufbewahrt werden." Der älteste und für die Forschung bedeutendste "Schatz" des UDE-Archivs sind die Matrikelbücher der Duisburger Hüttenschule, eine der UDE-Vorgängereinrichtungen, die 1891 von Bochum nach Duisburg umzog. In den großen Bänden finden sich viele Angaben über die Studierenden vor 100 Jahren, einschließlich ihrer "Militärverhältnisse". Zudem beherbergt das UDE-Archiv beispielsweise auch noch eine bislang ungeöffnete Zeitkapsel des Instituts für Metallurgie und Umformtechnik, die bei der Grundsteinlegung verlegt wurde. Organisatorisch gehört das Archiv zur Universitätsbibliothek. Seit 2013 residiert es im frisch sanierten Untergeschoss der ehemaligen Geibelschule (SG-Gebäude) am Campus Duisburg. Hier gibt es mehrere Büroräume, zwei klimatisierte Archivmagazine und einen technischen Bearbeitungsraum zur Archivgut-Aufbereitung.

"Wir haben auch die nötige Manpower für unsere Arbeit", so Friggemann. Sein Team besteht aus zwei Facharchivaren und mehreren studentischen Hilfskräften. Sie kümmern sich um die Bewertung, Erschließung und Bereitstellung sowie die Bestandserhaltung des Archivguts. Wer online in den Beständen recherchiert, hat eine gute Fundchance: Sie umfassen mittlerweile über 300 laufende Regalmeter Akten, 20.000 Fotos sowie ca. 100 GB Festplattenspeicher.

Regelmäßig präsentiert das Archiv seine Schätze in Ausstellungen. Mitarbeiter erhalten Tipps zur richtigen Aktenführung und Schriftgutverwaltung. Wer möchte, kann sich auch zu einer Führung oder einem Archivbesuch anmelden, es ist donnerstags von 9 bis 16 Uhr für Besucher offen. Studierende können im Sommer ein vierwöchiges Praktikum im Universitätsarchiv absolvieren. Darüber hinaus leistet das Archiv Hilfestellung, wenn man wissenschaftlich über die Geschichte der Universität forscht.

Gut vernetzt ist das UDE-Archiv auch mit ähnlichen Einrichtungen in der Kommune. Sie sprechen sich zum Beispiel zum bundesweiten Tag der Archive ab und erst recht im Katastrophenfall: Dann helfen sie sich gegenseitig dank eines Notfallverbunds. Friggemann: "Was wir bislang erreicht haben, motiviert uns sehr, auch die neuen Herausforderungen engagiert anzugehen, etwa die digitale Langzeitarchivierung."

Quelle: RP
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