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Duisburg
OB-Kandidaten sollen Farbe bekennen

Wahl 2017 in Duisburg: Bürgermeister-Kandidaten sollen Farbe bekennen
Das Outlet-Center in Roermond hat nach Angaben der Händler nicht mehr Kunden in die Innenstadt gelockt. FOTO: Outlet Center
Duisburg. Die Initiative "Ja zu Duisburg - kein DOC" hat noch gute drei Wochen Zeit, um die Duisburger dazu zu bringen, sich gegen ein Designer Outlet auf dem Güterbahnhofsgelände auszusprechen. Von Hildegard Chudobba

Es klingt absurd. Aber wer am 24. September gegen das DOC stimmen will, muss ein Kreuzchen im "Ja"-Feld machen. Denn die Frage lautet nicht, ob man für oder gegen das Shoppingsenter ist, sondern ob der "Grundsatzbeschluss des Rates der Stadt zur Realisierung eines Designer Outlet Center (DOC) auf der Fläche der Duisburger Freiheit Süd" aufgehoben werden soll.

Bis zum Tag des Bürgerentscheids will die Initiative, der zahlreiche Innenstadthändler angehören und die auch die IHK hinter sich weiß, ähnlich wie die Parteien zur Bundestags- und OB-Wahl kräftig die Werbetrommel rühren und plakatiert inzwischen im Stadtgebiet. Denn 37.000 Ja-Stimmen werden benötigt, damit die Planungen für das DOC gestoppt werden. Sind es weniger, ist der Bürgerentscheid gescheitert, unabhängig von der Zahl derer, die mit "Nein" abgestimmt haben. Dass die Initiative mehr als 22.000 Unterschriften für die Bürgeranhörung im Rathaus abgeben konnte, macht deutlich, dass das Thema bei den Duisburgern längst angekommen ist. Diese Bürgeranhörung war Vorausetzung für den Bürgerentscheid. Der Stadtrat befasste sich noch einmal mit dem Thema, blieb aber bei seinem Grundsatzbeschluss.

Noch vor der OB-Wahl werden sich Sören Link und seine Herausforderer in einer Podiumsdiskussion den Fragen der Initiative und der Zuhörer stellen. Am 12. September sollen diejenigen, die unsere Stadt "regieren" wollen, erläutern, aus welchen Gründen sie die Planungen für richtig bzw. falsch halten und das DOC unbedingt verhindern bzw. vorantreiben wollen. Tagungsort wird die Liebfrauenkirche am König-Heinrich-Platz gegenüber vom Theater sein. Für die Podiumsdiskussion am 12. September haben laut der Initiative bereits zugesagt: Sören Link, SPD, Oberbürgermeister und OB-Kandidat; Gerhard Meyer, parteiloser OB-Kandidat für CDU, Grüne, Junges Duisburg und Bürgerlich Liberale; Thomas Wolters, OB-Kandidat für die FDP; Erkan Kocalar, OB-Kandidat für Die Linke .

OB-Kandidaten in Duisburg 2017 FOTO: wfbm/crei

Die Initiative will das DOC bekanntlich stoppen, weil sie darin eine große Gefahr für den Einzelhandel in der Innenstadt und in den angrenzenden Stadtteilzentren sieht. Gerade erst hat sie den Behauptungen des Investors widersprochen.

So gehen die Investoren (Grundstückseigentümer Krieger und das Unternehmen NEINVER) zum Beispiel davon aus, dass die Kunden des künftigen Outlets anschließend auch noch zum Einkaufen in die City gehen und dort ebenfalls Geld lassen. Die Initiative hingegen verweist auf eine Analyse, nach der die Besucher solcher Zentren bereits nach 1200 Metern "distanzempfindlich" seien. Will sagen: Wer stundenlang durch ein Einkaufszentrum am Innenstadtrand gebummelt ist, hat vom Einkaufen erst mal "die Nase voll". Als Beispiel nennt die Initiative übrigens das auch hier bekannte Designer Outlet Center in Roermond und bezieht sich auf einen Bericht der großen niederländischen Tageszeitung "de telegraph". Darin wird erläutert, dass die Roermonder Innenstadthändler ein Hauptproblem in den niedrigen Preisen des DOC sehen, denen sie nichts entgegensetzen könnten. Wenn überhaupt, sorgten die DOC-Kunden nur für einen geringen Umsatz. Auf der anderen Seite bleibe die heimische Bevölkerung wegen des starken Verkehrsaufkommens am DOC weg. Die einzigen, die allenfalls von dem Center auf der gegenüberliegenden Straßenseite profitierten, seien Gastronomen.

Während die Investoren ankündigen, im DOC würden mehr als 1500 neue Arbeitsplätze entstehen, geht die Initiative davon aus, dass die dort Beschäftigten zu 80 Prozent aus Minijobbern bestehen werden. Denn wer Waren billig anbiete, spare beim Personal. Angeboten würden in Outletcentern Waren, die gezielt dafür produziert würden. Da diese nie in den regulären Handel gelangten, handele es sich auch nur um vermeintliche Schnäppchen.

Quelle: RP
 
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