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Duisburg
Zwei Feuerwerke bei der Extraschicht

"ExtraSchicht - Die Nacht der Industriekultur" 2015
"ExtraSchicht - Die Nacht der Industriekultur" 2015 FOTO: dpa, mku
Duisburg. Am Samstag, 25. Juni, wird die 16. Nacht der Industriekultur veranstaltet. Duisburg beteiligt sich daran mit einem attraktiven Programm an vier Veranstaltungsorten. ThyssenKrupp lädt zu besonderen Werksbesichtigungen ein. Von Peter Klucken

Seit 16 Jahren wird einmal im Jahr zur "Nacht der Industriekultur" eingeladen, die den Beinamen "ExtraSchicht" bekommen hat. Am Samstag, 25. Juni, wird von 18 Uhr bis zum nächsten Morgen um zwei Uhr die nächste "ExtraSchicht" gefahren. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 200.000 Besucher auf die von der Ruhr Tourismus GmbH organisierte Veranstaltung. Rund 2000 Künstler nutzen in diesem Jahr an 48 Spielorten in 20 Städten Hochöfen, Gasometer und Zechen als Bühne für Shows, außergewöhnliche Performances, Konzerte, Führungen und abwechslungsreiche Mitmach-Aktionen. Vor einigen Wochen gab es bei einem Pressegespräch einen Überblick über das Gesamtprogramm (die RP berichtete). Gestern ging es speziell um die Duisburger Beteiligung an diesem Großereignis.

Im vergangenen Jahr fiel die Extraschicht im Landschaftspark Duisburg-Nord wegen der gleichzeitigen "Traumzeit", die nun eine Woche zuvor dort stattfindet, aus. In diesem Jahr ist der Landschaftspark wieder dabei. Unter dem Motto "Achtung Action!" wird aufs Mitmachen der Besucher gesetzt. So lädt beispielsweise Anja Lerch, deren Mitsing-Veranstaltungen überaus beliebt sind, um 21 und um 23.30 Uhr zum freundlich und souverän geleiteten Rudelsingen ein. Daneben unterhält das Improvisationstheater Emscherblut das Publikum mit spontaner Komik. In der Gebläsehalle kann man nach Herzenslust tanzen. Verschiedene Sportgruppen laden dazu ein, es mal mit Tauchen, Biken, Laserschießen oder auch Klettern zu versuchen, darunter auch das Abseilen vom Hochofen 2. Es werden mehrere Führungen angeboten, unter anderen auch im Hochofen 5, von dessen Spitze aus man einen kilometerlangen Blick in die Region hat. Zu den besonderen Angeboten gehört eine Fledermaus-Exkursion, die von Mitarbeitern der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet geleitet wird (Start ist um 21.50 Uhr auf der Wiese hinter dem Klettergarten). Die "Street-Food-Szene" (die vermutlich bodenständigere Kost anbietet, als zur gleichen Zeit der "Insektenkoch" im Dortmunder "U") sorgt dafür, dass die Mägen der Besucher nicht leer bleiben. Einen besonderen Augenschmaus bietet gewiss das Höhenfeuerwerk um 23 Uhr.

Auch am Duisburger Innenhafen wird die Extraschicht gefahren. Ab 18 Uhr starten im Halbstundentakt Hafenrundfahrten vom Steiger Schwanentor bis zum Binnenschifffahrtsmuseum. Es werden ebenfalls im Halbstundentakt Architekturführungen angeboten, und die drei Museen am Innenhafen (Kultur- und Stadtgeschichtliches Museum, das Kindermuseum Explorado und das Museum Küppersmühle haben an diesem Tag bis in die Nachtstunden hinein geöffnet. Verschiedene Musikgruppen laden zum Verweilen oder auch Tanzen ein. Und wer nach dem Höhenfeuerwerk im Landschaftspark noch das musikalische Feuerwerk um Mitternacht am Innenhafen erleben möchte, kann das dank der Shuttle-Verbindungen gut schaffen.

Im Ruhrorter Schifffahrtsmuseum soll in der Extraschicht das Duisburger Hafenjubiläum (300 Jahre) besonders berücksichtigt werden. Die Improvisationstheatergruppe "Rhein-Flipper" zeigt von 20.15 bis 23.15 Uhr in einer Reihe von halb-improvisierten Szenen die (mögliche) Lebensplanung, Träume und Hoffnungen der Schiffer. Neben einer Licht- und Soundshow sowie Impro-Theater zum Mitmachen werden mehrere Museumsführungen angeboten.

Zum ersten Mal beteiligt sich ThyssenKrupp an der Extraschicht. Unter dem Motto "Erlebnis Stahl" wird den Besuchern die Möglichkeit gegeben, mal ein Stahlwerk bei laufendem Betrieb zu erleben. Angeboten werden zum einen Rundtouren per Bus über das Werksgelände, das mit seinen 9,5 Quadratkilometern fünfmal so groß wie Monaco ist, wie gestern vorgerechnet wurde. Für die Bus-Exkursionen wird ein Shuttle-Service mit 15 Fahrzeugen eingerichtet (Einstieg beziehungsweise Treffpunkt an der Kaiser-Wilhelm-Straße/ Ecke Franz-Lenze-Straße).

Als besondere Attraktion werden zwei historische Salonwagen aus der Garage auf die Schienen gesetzt. Ein- und Ausstiegsmöglichkeit ist ausschließlich der Bahnsteig im Landschaftspark Duisburg-Nord. Von dort aus geht der einstündige Ausflug auf August Thyssens Spuren über das weitläufige Werksgelände der Stahlproduktion. In gemächlichem Tempo ermöglicht der Weg über die Schiene ungewöhnliche Blickwinkel auf Hochöfen, Stahlwerke und Hafen. Insgesamt werden bei der Extraschicht sieben Zugfahrten angeboten, bei denen maximal 230 Passagiere einsteigen können.

Aus Sicherheitsgründen dürfen Passagiere weder die Busse noch die Salonwagen verlassen. Vorverkaufskarten gibt es für diese Lok-Fahrten nicht. Wer zuerst kommt, fährt zuerst.

Quelle: RP
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