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Emmerich
Einsatzkräfte auf vier Pfoten

Emmerich: Einsatzkräfte auf vier Pfoten
Die Hundestaffel der Malteser bei einer Präsentation im Rheinpark vor wenigen Wochen. FOTO: Markus van offern
Emmerich. Als vor kurzem ein junger Mann in Vrasselt ertrank, hatte die Malteser-Hundestaffel bei der Bergung ihren ersten Ernstfall. Die Vierbeiner sind auf das Aufspüren von Menschen trainiert, kommen aber auch anderweitig zum Einsatz. Von Markus Balser

Als Anfang Juli ein Großaufgebot an Einsatzkräften nach einem ertrunkenem Mann im Vrasselter Baggersee suchte, hatte sie ihren ersten richtigen Einsatz - die Hundestaffel der Emmericher Malteser. Vergeblich hatten zuvor Taucher versucht, die Leiche zu orten. Als dann Labrador-Hündin "Brendy" mit Hundeführerin Linda van Wakeren in ein Boot stieg, ging alles ganz schnell.

Seit zwei Jahren hat die Emmericher Ortsgruppe des Hilfsdienstes auch Vierbeiner im Team. "Sie werden darauf trainiert, Menschen zu finden. Es gibt Hunde, die speziell für die Wasserortung ausgebildet werden und andere, die Personen, die sitzen, liegen oder sich langsam bewegen, aufspüren können", erklärt Stadtbeauftragter Pascal Wieners. Dazu gibt es auch noch Trümmerhunde, die Verschüttete retten können. Weil hier jede Minute zählt, müssen sie dabei Lebende von Toten unterscheiden können.

Anke te Kempel, die seit gut einem halben Jahr gemeinsam mit "Olli" der Hundestaffel angehört. Die Tiere sind - je nach Ausbildung - auch in der Lage, von einem Boot aus Menschen im Wasser zu orten. FOTO: privat

Die Hundegruppe der Malteser, die von Hans-Jürgen Maubach und Linda van Wakeren geleitet wird, erfreut sich eines großen Zulaufs. Vom Pudel bis zum Schäferhund ist alles dabei. Zwischen zehn und 15 Hunde werden hier ausgebildet. Einsatzbereit sind derzeit fünf Vierbeiner. Beschränkungen gibt es keine, jedoch müssen die Hunde eine bestimmte Mentalität mitbringen. Wieners: "Sie dürfen keine Angst haben, brauchen einen natürlichen Spieltrieb, müssen sich konzentrieren können und auch bereit sein, für Herrchen oder Frauchen zu arbeiten." Die Malteser übernehmen einen Großteil der anfallenden Kosten, allerdings ist der Aufwand, der bei der Ausbildung betrieben werden muss, auch nicht zu unterschätzen. "Trainiert wird jeden Montag in der Gemeinschaft, dazu auch noch einmal am Wochenende. Aber es ist auch absolut notwendig, täglich ein bis zwei weitere Stunden in das Training des Hundes zu investieren. Denn nur erfahrene und gut ausgebildete Hunde, können im Ernstfall dann auch wirklich Menschen orten", weiß Pascal Wieners.

Die Malteser wirken seit mehr als 50 Jahren in Emmerich. Derzeit gibt es 20 aktive Mitglieder und weitere zehn in der Jugendabteilung. Im Schnitt werden sie zweimal pro Woche zur Unterstützung des Rettungsdienstes im Kreis Kleve angefordert. Etwa bei größeren Bränden. Auch bei der Loveparade-Katastrophe in Duisburg waren Emmericher Malteser vor Ort.

Pascal Wieners geht davon aus, dass auch die Hundestaffel nach ihrer bestandenen Feuertaufe jetzt mehr Einsätze bekommen wird. "Dass wir hier aktiv sind, muss sich natürlich erst einmal herumsprechen", sagt der Stadtbeauftragte, der in diesem Zusammenhang auch auf die gute Zusammenarbeit mit dem THW verweist.

Neben den Spürhunden gibt es bei der Malteser-Hundestaffel übrigens auch Besuchs- und Begleithunde. Sie kommen derzeit im Eltener St.-Martinus-Stift zum Einsatz, was bei den Senioren gut ankommt. Aber auch diese Vierbeiner brauchen eine Voraussetzung: "Sie müssen ein absolut liebevolles Wesen haben", sagt Wieners. Und unter anderem darauf trainiert werden, nichts vom Boden zu fressen.

Quelle: RP
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