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Emmerich
Erster Erfolg für dritte Containerbrücke

Emmerich: Erster Erfolg für dritte Containerbrücke
Blick auf den Emmericher Hafen und seine Containerkräne. FOTO: ARchiv
Emmerich. Emmericher Hafen kann wegen EU-Naturschutzgebiet nicht wachsen. Hoffnung auf eine Ausnahmegenehmigung. Von Christian Hagemann

Ein Teil des Emmericher Hafenbeckens gehört zu einem europäischen Naturschutzgebiet. "Das ist ein planerischer Unfall, niemand hat vor Jahren diese Entwicklung verhindert", sagt Hafen-Chef Udo Jessner. Aber es gibt Anzeichen, dass das behoben werden kann. Im neuen Landesentwicklungsplan NRW wird der Emmericher Hafen als "landesbedeutend" eingestuft werden. Das war am Dienstag noch einmal kurz Thema im Emmericher Ausschuss für Stadtentwicklung.

Diese Einstufung ist der Startschuss für einen möglicherweise noch langen Weg bis hin zur Europäischen Kommission. Denn dort muss im Zweifel entschieden werden, ob die Emmericher ihr komplettes Hafenbecken nutzen dürfen oder ob der unter Schutz stehende Auwald im Hafen (er reicht bis nach Dornick) sogenanntes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) bleibt.

Die Emmericher hoffen, im Hafen eine dritte Containerbrücke bauen zu dürfen, um mehr Schiffe bedienen zu können, die ihre Fracht aus Rotterdam nach Emmerich bringen.

Deren Zahl steigt seit Jahren. Rotterdam platzt aus allen Nähten und gibt Fracht ab an die Häfen am Rhein. Für Emmerich ergeben sich daraus jährliche Steigerungsraten. Von 115.000 TEU (TEU = "Twenty-foot Equivalent Unit", Standardcontainer) auf 125.000 TEU in diesem Jahr beispielsweise. Wer gerne am Rhein sitzt, kann sich ein Bild von dieser Menge machen. Die Container auf den Schiffen, die an Emmerich vorbeifahren, sind entweder die Standardcontainer oder die doppelt so großen Seecontainer. Zigtausend Container werden jährlich im Emmericher Hafen umgeschlagen. Das erfordert eine Sechs-Tage-Woche im Zwei-Schicht-Betrieb. Und führt zu einem Umsatz von elf Millionen Euro, die der Hafen und seine Besitzgesellschaft jedes Jahr erwirtschaften. 700.000 Euro bleiben nach Steuern für die städtische Gesellschaft übrig. 33 Arbeitsplätze gibt es derzeit. Drei neue Jobs sollen im Hafen im kommenden Jahr hinzukommen. Und indirekt schafft der Hafen auch woanders Arbeitsplätze. Denn Emmerich ist ein Logistikstandort. Hafenchef Udo Jessner: "Wir haben den Vorteil, an A3, Rhein und Bahn zu liegen. Davon profitiert die Stadt."

Damit das in Zukunft noch mehr werden kann, hofft Jessner auf die zusätzlichen vier bis fünf Hektar im Hafen. Dass die Bezirksregierung in Düsseldorf mit dem neuen Landesentwicklungsplan einen ersten Schritt gemacht hat, ist schon einmal gut. Danach muss das Land folgen. Dort ist derzeit das NRW-Hafenkonzept in Arbeit. Wenn auch das Land grünes Licht gibt, ist der Bund an der Reihe. Und wenn auch dort die Pläne Zustimmung finden, bliebe am Ende noch die Entscheidung auf europäischer Ebene.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, über welchen Zeitraum sich das erstrecken kann, folgende Zahl: Die Emmericher Hafengesellschaft hat im Frühjahr ein Gutachten in Auftrag gegeben, das eine komplette Wachstumsperiode berücksichtigt. Im kommenden Frühjahr ist es fertig. Es beweist idealerweise, dass durch eine Erweiterung das Auwald-Projekt zwischen Hafen und Dornick keinen Schaden nimmt.

Quelle: RP
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