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Emmerich
Großbrand: 1,6 Millionen Euro Schaden

Großbrand am Emmericher Güterbahnhof
Großbrand am Emmericher Güterbahnhof FOTO: Andreas Endermann
Emmerich. "Das Feuer ist aus." Die erlösende Botschaft konnte Kreisbrandmeister Paul-Heinz Böhmer am späten Dienstagnachmittag verkünden. Seit dem frühen Morgen hatte der Großbrand einer Lagerhalle am Emmericher Güterbahnhof zeitweise bis zu 200 Feuerwehrleute in Atem gehalten. Die Polizei geht von fahrlässiger Brandstiftung durch Schweißarbeiten aus. Von Stefan Klüttermann

Den Abend über hielten nun noch Emmericher Einsatzkräfte eine Brandwache, die Kollegen aus den benachbarten Städten und Gemeinden, den Niederlanden und die Berufsfeuerwehr Duisburg konnten wieder abrücken. Der Sachschaden soll sich nach Polizeiangaben auf rund 1,6 Millionen Euro belaufen. Beim Brand waren drei Menschen durch den Rauch leicht verletzt worden.

Erst gegen 15 Uhr war es der Feuerwehr gelungen, den Großbrand unter Kontrolle zu bringen und die Rauchentwicklung des in Brand geratenen Baumharzes aus China deutlich einzudämmen. "Das brennende Harz hat sich verflüssigt und ist praktisch den Kollegen bei den Löscharbeiten immer wieder gefährlich entgegen geflossen", schildert Böhmer die Problematik.

"Um 14.45 Uhr war es uns endlich gelungen, mit Spezialpumpen und -leitungen Wasser vom Emmericher Hafen an den Brandherd zu bringen", erklärt Böhmer weiter, "mit diesen gesteigerten Wassermassen konnten wir den Brand unter Kontrolle bringen und die Rauchentwicklung deutlich eindämmen. Wir sahen endlich wieder blauen Himmel."

Unterstützung aus Holland

Unterstützt wurden die Feuerwehrmänner vor Ort auch mit Material und Kollegen aus dem niederländischen Doetinchem. "Im Höchstfall waren rund 200 Männer im Einsatz", so Böhmer. Dieser Brandfall und die mühsame Beschaffung des Wassers vom Rhein gebe erneut Anlass, über die Brandwasserversorgung der Kommunen neu nachzudenken.

Die Lagerhalle mit Baumharz am Emmericher Güterbahnhof stand seit dem frühen Morgen in Flammen. Eine mehrere hundert Meter hohe Wolke über dem Großbrand war bis zum Nachmittag am Niederrhein kilometerweit zu sehen. Die Bahnstrecke bei Emmerich wurde von der Deutschen Bahn gesperrt, die Zugverbindungen waren stundenlang unterbrochen, weil Schäden an den Oberleitungen befürchtet werden.

Zugverbindungen unterbrochen

Die Rettungskräfte hatten wegen der starken Rauchentwicklung sogar rund 350 Bewohner angrenzender Wohnhäuser evakuiert und im Krankenhaus und einer Kaserne untergebracht. Regionalzüge endeten noch bis in die Nachtstunden in Mehrhoog bzw. Empel-Rees. Von dort aus wurden Fahrgäste mit Bussen nach Emmerich transportiert.

Gegen 9.20 Uhr war das Feuer im Inneren der 800 Quadratmeter großen Halle am Blinder Weg ausgebrochen. Knapp 80 Feuerwehrleute sind vor Ort im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.

"Über die Ursache des Feuers ist noch nichts bekannt", sagte Polizeisprecher Ingo Schankweiler auf Anfrage von RP Online, "aber wir gehen davon aus, im Innern wohl tonnenweise Harz in Flammen steht." Mit Gabelstaplern haben Helfer ein Ausweiten der Flammen auf weitere 500 Fässer (200 Kilogramm) Baumharz im Außenbereich der Halle verhindern können.

Schienen gesperrt, Bahnhof evakuiert

Nicht mehr verhindern konnten die Einsatzkräfte dagegen das Übergreifen des Brandes auf einige mit Schotter beladene Güterwaggons. Weil sich in unmittelbarer Nähe der Lagerhalle auch Oberleitungen befinden, sperrte die deutsche Bahn den Zugverkehr auf der betroffenen ICE-Bahnstrecke zwischen Duisburg und Amsterdam. Der Fernverkehr wurde über Venlo umgeleitet. Die Polizei hatte vorsorglich direkt nach Ausbruch des Feuers den Bahnhof und einen angrenzenden Kindergarten evakuiert. "Alle Messungen haben keine gesundheitsgefährdenen Stoffe im Qualm ergeben", erklärt Schankweiler.

(RPO)
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