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Emmerich
Niederlande: wichtig fürs Geschäft

Emmerich. Die niederrheinische Industrie- und Handelskammer hat sich in ihrem jüngsten Magazin mit dem deutsch-niederländischen Handel im Grenzraum befasst und dabei interessante Zahlen auch zu Emmerich veröffentlicht.

Mit der stetig wachsenden, individuellen Mobilität und einer rasant zunehmenden digitalen Vernetzung von Wirtschaft und Verbrauchern über Ländergrenzen und Kontinente hinweg gewinnt die Zusammenarbeit im deutsch-niederländischen Grenzraum immer mehr an Bedeutung.

Vor 30 Jahren wurden die Schlagbäume an der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland abgebaut. Spätestens jedoch mit der Einführung des Euro als gemeinsamem Zahlungsmittel hat der kleine Grenzverkehr deutlich zugenommen. Die Niederlande sind heute der wichtigste Handelspartner für die NRW-Wirtschaft.

2014 exportierten hiesige Unternehmen Waren im Wert von 19,4 Milliarden ins Nachbarland und importierten Güter für rund 37,5 Milliarden Euro. Nicht alle Waren bleiben in NRW, sondern finden von dort aus ihren Weg auf den deutschen und europäischen Markt. Der Logistikstandort Niederrhein mit dem größten Binnenhafen Europas spielt als Hinterland-Verteilzentrum für die niederländischen Seehäfen eine herausragende Rolle. Die Niederländer tun der Wirtschaft am Niederrhein gut - als Konsumenten und Anbieter.

Seit den 1970er Jahren setzen sich grenzübergreifend angelegte "Euregios" für die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Kommunen und Bevölkerung ein. Eine Erkenntnis dieser Arbeit: Je enger die Zusammenarbeit wird, umso deutlicher werden die länderspezifischen Unterschiede. Vor allem in juristisch-administrativen Bereichen ist für Bürger und Organisationen die Grenze auch heute oft noch spürbar, während der rein physische Grenzübertritt, das Einkaufen oder Freizeitaktivitäten ohne Hindernisse im Nachbarland stattfinden. Bei den Unternehmen kommen die unzureichenden Sprachkenntnisse hinzu - ein Umstand, der vor allem auf deutscher Seite auftritt -, wodurch die Abwicklung von Geschäften erschwert wird. Durch eine weitere Harmonisierung der Rahmenbedingungen und einen Ausbau der Sprachkompetenzen kann die wirtschaftliche Zusammenarbeit von Unternehmen ausgebaut und die Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes weiter verbessert werden.

In 25 Jahren hat die grenzübergreifende Mobilität zugenommen. Es sind aber nicht mehr nur die Einkaufsbesuche für Kaffee, Dieselkraftstoff, Alkohol oder Lebensmittel, die die Auslandsreise auslösen. Durch die Arbeitnehmer- und Niederlassungsfreizügigkeit innerhalb der EU pendeln immer mehr Menschen auch zu Erwerbs- und Studienzwecken über die Grenze. Die statistischen Ämter der Niederlande und NRW haben diese Pendlerströme in einer Pilotstudie untersucht.

Das Ergebnis: Der Arbeitsmarkt zwischen NRW und den Niederlanden steckt immer noch in den Kinderschuhen. Die Strukturen sind unterschiedlich, blickt man auf die Frauenerwerbsbeteiligung, die Erwerbstätigen- oder Teilzeitbeschäftigtenquote, die alle in den Niederlanden höher liegen. Rund 33.000 Personen suchen täglich einen Arbeitsplatz im Nachbarland auf. Mit 23.000 Personen pendelt die überwiegende Zahl von NRW in die Niederlande. Ein Teil dieser Grenzpendler sind in Deutschland lebende Niederländer. Mehr als ein Viertel dieser Pendler fährt in die Städteregion Arnhem/Nijmegen.

Wer mehr erfahren will: Zum Thema ist auch ein Beitrag auf Youtube entstanden. Es gibt ihn im Youtubekanal von "Studio 47 - Stadtfernsehen Duisburg" unter dem Stichwort: TW AKTUELL | AUSGABE DEZEMBER 2015. Der Beitrag beginnt ab Minute 1:14.

Quelle: RP
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