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Serie Unsere Schönsten Radtouren
Pilgern über Zyfflich nach Kranenburg

Emmerich. Der Nordwesten Kleves bietet neben dem "wundertätigen Kreuz" Naturschutzgebiete und Geschichte entlang der Grenze. Von Kilian Tress

Kreis Kleve Sie ist wohl eine der schönsten Routen im Kreis. Die 35-Kilometer-Tour über Keeken, Niel und Zyfflich, immer entlang der Grenze zur Niederlande, bietet Panoramen über Naturschutzgebiete sowie geschichtliche Exkursionen. Die Tour führt hauptsächlich durch ein ausgedehntes Naturschutzgebiet mit Wiesen und Feldern, mit einem überwiegend ebenen Routenverlauf. Zurück führt die Route über den Wallfahrtsort Kranenburg und Nütterden Kreishauptstadt.

Dort startet auch die Tour. Über die Straße "Tiergarten", Wasserburgallee und die Keekener Straße verläuft die Radwanderroute "D8" über Rindern in Richtung Düffelward. Kurz darauf ist nach Trübsche Straße, Driever Weg und Dingdung schon der Ortsteil Keeken mit seiner sehenswerten Windmühle in Sicht. Das alte, geschichtsträchtige Gebäude wurde umfangreich entsprechend den Erfordernissen einer Senioreneinrichtung umgestaltet, ohne jedoch seine besondere Ausstrahlung zu verändern.

Weiter führt die Tour über den Hufschen Weg in Richtung Niel mitten durch das Naturschutzgebiet "Die Düffel". Sie ist die größte zusammenhängende Auenlandschaft des Niederrheins. Die Zyfflicher Straße und "Mühlenend" führen weiter bis nach Zyfflich. Dort ist der Besuch der Sankt Martinskirche empfehlenswert. Die römisch-katholische Pfarrkirche stammt im Kern aus dem 11. Jahrhundert und war bis 1436 Stiftskirche. Im Kriegswinter 1944/45 wurde die Kirche schwer zerstört. Bei dem 1950 in Angriff genommenen Wiederaufbau, mit dem archäologische Untersuchungen einhergingen, wurde die ursprüngliche Baugestaltung berücksichtigt. 1961 wurde sie neu eingeweiht.

Auf dem Weg nach Kranenburg zieren immer wieder kleine Grenzörtchen den Panoramablick der Niederlanden. Als einer der ältesten Kreuzwallfahrtsorte Europas besitzt Kranenburg mit der Stifts- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul ein Gotteshaus, in dem das "wundertätige Kreuz" aus dem 14. Jahrhundert verehrt wird. Der Legende zufolge soll ein Hirte aus dem Neuenhof bei Kranenburg zu Ostern Ende des 13. Jahrhunderts eine konsekrierte Hostie in einen Baum im Reichswald fallen lassen haben; bei der Fällung dieses Baumes 1308 sei dann der Korpus gefunden und in der Kirche von Kranenburg aufgestellt worden, wo er schnell zum Ziel zahlreicher Pilger wurde.

Das Museum Katharinenhof, ein ehemaliges Beginenkloster sowie das Heimatmuseum im Mühlenturm sind weitere sehenswerte Ziele. Von Kranenburg aus geht es weiter nach Donsbrüggen. Die hölzerne Holländerwindmühle mit einem privaten Mühlenmuseum ist einzigartig und lohnt einen Besuch. Die Windmühle gehört zu den wenigen verbliebenen Mühlen in Deutschland, die mit sogenannten Bilauschen Ventikanten ausgestattet sind. Hierunter versteht man eine aus dem Flugzeugbau entlehnte Bauweise der Flügel, die der Mühle ein sehr markantes Aussehen verleiht.

In Folge sind es über die Straße "Tiergarten" nur noch wenige Kilometern zurück zum Ausgangspunkt der Tour, nach Kleve.

Quelle: RP
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