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Emmerich
Schoofs plant den Neumarkt um

Emmerich: Schoofs plant den Neumarkt um
Seit dem Sommer ist das alte Center weg. Danach allerdings tat sich gar nichts mehr auf der Fläche FOTO: MArkus van Offern
Emmerich. Investor will nicht auf Vertrag aus Irland warten. 400 Quadratmeter weniger Verkaufsfläche. MediMax und Penny bleiben dabei. Von Christian Hagemann

Neumarkt-Investor Josef Schoofs wirft die Planungen für den Neumarkt noch einmal um. Das hat er am Montagabend den Politikern des Emmericher Rates erklärt.

Der Grund: Die irische Investmentgesellschaft, der das Deutsche-Bank-Gebäude gehört, hat ihm bislang keine Zusage gegeben, dass er mit seiner Bebauung nahe an die Immobilie rücken kann. Jetzt reicht es Schoofs. Damit er hindernisfrei beginnen kann, plant er die Bebauung auf dem Neumarkt jetzt kleiner. Er verliert 400 Quadratmeter Fläche, aber kann das Gesamtprojekt in Angriff nehmen.

Eine zweite wichtige Nachricht hatte er für die Emmericher am Montag noch: Elektronikhändler MediMax und die Lebensmittelkette Penny hätten erklärt, auch weiterhin an einem Standort am Neumarkt interessiert zu sein.

FOTO: van Offern, Markus (mvo)

Möglicherweise wird sich nunmehr die Verkaufsfläche von MediMax reduzieren. Für Emmerich bleibt allerdings die Perspektive, eine Filiale der Handelskette in der Stadt zu haben.

Ebenfalls wichtig: Die Finanzierung für das Projekt steht. Das betonte Schoofs noch einmal. Auch daran hatte es in der Emmericher Politik Zweifel gegeben. Eine Volksbank werde das Geld geben, soll Schoofs nach RP-Informationen im Rathaus erklärt haben.

Noch ein wichtiges Detail: Schoofs hat einen Investor, der die Wohnungen, die auf dem Neumarkt geplant sind, bauen und vermieten will.

In zwei Wochen will Schoofs die Emmericher mit weiteren Informationen beliefern und wohl die neuen Planungen auf den Tisch legen.

Mit dieser neuen Entwicklung wird die Mehrheit der Emmericher Politik vermutlich nicht zufrieden sein. Denn lange war von Schoofs nichts mehr zu hören gewesen - was das Misstrauen gegenüber dem Kaufmann aus Kevelaer verstärkte.

Dass es in der Mitte der Emmericher Innenstadt nicht weitergeht und sie seit dem Abbruch des alten Rewe-Centers wie eine Brache wirkt, macht die Politik in weiten Teilen Schoofs zum Vorwurf. Zumal Schoofs wegen der ungeklärten Abstandsflächen auf dem Platz zweimal den Kaufvertrag für das alte Center nicht unterschrieben hat.

Dieser Vertrag war bekanntlich lange zwischen ihm und der Emmericher Stadtsparkasse verhandelt worden, die das alte Center vor Jahren gekauft hatte.

Die Vertragspartner hatten vereinbart, dass Schoofs die Kaufsumme (dem Vernehmen nach 1,27 Million Euro) an die Sparkasse zu zahlen habe, wenn er bis September 2014 das Baurecht von der Stadt Emmerich für den Neumarkt bekommen habe. Sollte kein Baurecht vorliegen, müsse er nicht bezahlen.

Stattdessen kaufe dann die Stadt Emmerich, so dass das Center endlich aus den Bilanzen der Sparkasse verschwunden ist.

Das Baurecht allerdings konnte die Stadt einfach nicht erteilen, weil Schoofs keine Planungen vorlegen konnte. Und das wiederum lag an den Iren, die ihr Einverständnis zu verminderten Abstandsflächen nicht gaben.

Im November 2014 erklärte schließlich die Rathausspitze, dass die Stadt nunmehr das Gelände der Sparkasse abkaufen werde. Damit war das Problem für die Stadtsparkasse schon einmal gelöst.

Parallel zur Ankündigung von Schoofs, nunmehr auf die Iren keine Rücksicht nehmen zu wollen und neue Planungen vorzubereiten, stellte sich aus Irland dann doch eine Antwort ein. Das Gebäude solle verkauft werden, man werde Schoofs berücksichtigen. Ob ihm das als Antwort reicht?

Quelle: RP
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