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Rees
Sehenswertes vor der eigenen Haustür

Rees: Sehenswertes vor der eigenen Haustür
Der Niederrhein lässt sich auch paddelnder Weise genießen. FOTO: Wozny-Koepp
Rees. Annette Wozny-Koepp stellte in Rees im Rahmen eines VHS-Vortrags Erlebnistouren in der Region vor. Von Michael Scholten

Landeskundliche Vorträge der VHS Kleve handeln oft von weit entfernten Orten auf anderen Kontinenten. Auch Annette Wozny-Koepp wird im kommenden Jahr zwei Vorträge über ihre Reise durch Neuseeland halten. Doch im Reeser VHS-Trakt stellte die Diplom-Betriebswirtin für den Fachbereich Touristik jetzt erst einmal ein Reiseziel vor, das alle Zuhörer vor ihrer eigenen Haustür finden können: den Niederrhein.

Der informative Abend enthielt zahlreiche Tipps für einen Urlaub in der Heimat und war ein repräsentativer Querschnitt durch die zweiteilige Buchreihe "Erlebnistouren - Typisch Niederrhein", die Annette Wozny-Koepp im Pagina Verlag veröffentlicht hat.

Fünf Jahre lang recherchierte die Wahl-Gocherin für ihre Bücher und Vorträge und probierte alle Aktivitäten selbst aus, was ihren Fotovortrag in Rees umso lebhafter machte. Von Alpen bis Zyfflich reichte die reich bebilderte Abenteuertour, die neben Altbekanntem auch viel Neues bot. "Die Region hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, immer mehr Industriebrachen bieten heute Natur und Kultur", lobte die Referentin den Wandel zwischen Ruhrgebiet und Niederlanden. So entdeckte Wozny-Koepp auch in Dinslaken, dem "Tor zum Ruhrgebiet", überraschend schöne und grüne Orte. Lokalpatrioten freuten sich, aus dem Mund der Fachfrau bestätigt zu bekommen, dass Rees "eine der schönsten Rheinpromenaden" Deutschlands zu bieten hat. Doch auch der neugestalteten Rheinpromenade in Emmerich konnte Wozny-Koepp viel abgewinnen. Dort nahm sie an einer Poortekerl-Tour mit der wandlungsfähigen Stadtführerin Monika Wirtz teil, in Rees erfreute sie sich an der Nachtwächtertour mit Heinz Wellmann. Im Grenzgebiet zu den Niederlanden war sie bei öffentlichen Schmuggeltouren dabei, sogar "Unkrautführungen" gehören zum Angebot des Niederrhein-Tourismus.

Kulturelle Schwergewichte wie den Archäologischen Park Xanten, Schloss Moyland und Schloss Ringenberg kombinierte Annette Wozny-Koepp in ihrem Vortrag mit Geheimtipps wie der Zwergengasse in Moers, Kamelreiten in Issum und dem bundesweit größten Traktormuseum in Sonsbeck. Auch den Besuch in Straelen empfahl die Referentin. Wo 1914 erstmals Gemüse versteigert wurde, ist heute ein riesiger Umschlagplatz für Blumen aus aller Welt. Die grasbewachsene Riesencouch vor dem Straelener Rathaus versinnbildlicht die große Rolle, die Blumen für 313 Betriebe in der Stadt spielen.

So vielfältig wie die Angebote sind auch die Fortbewegungsmöglichkeiten, mit denen der Niederrhein erkundet werden kann. Wozny-Koepp berichtete von Radtouren, idyllischen Wanderwegen, Inline-Skaten, Segway-Touren, Ausritten mit Pferden, Eseln und Kamelen, Paddeltouren, Draisinenfahrten oder auch Gasballonfahrten über die sattgrünen Wiesen der Region oder über den überraschend herzförmigen Xantener Südsee.

Dass sich nicht nur Touristen am Niederrhein wohlfühlen, beweist die stetig wachsende Zahl der Storchenpaare. Sie bauen in der Region ihre Nester und sorgen für Nachwuchs. "Am Niederrhein gab es zuletzt 36 Storchennester mit 68 Jungvögeln", wusste Annette Wozny-Koepp zu berichten und kannte auch das erste Storchennest am Niederrhein: Es wurde 1996 in der warmen Dorfscheune Zyfflich gebaut, in der das Storchenpaar damals mit Hundefutter über den Winter gebracht wurde.

Quelle: RP
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