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Erkelenz
Angekündigte Flüchtlinge kommen doch nicht

Fotos: Turnhallen im Berufskolleg Erkelenz werden für Flüchtlinge vorbereitet
Fotos: Turnhallen im Berufskolleg Erkelenz werden für Flüchtlinge vorbereitet FOTO: Uwe Heldens
Erkelenz. 210 Flüchtlinge sollten am heutigen Sonntag um 18.30 Uhr in Erkelenz eintreffen und in die Turnhalle des Berufskollegs einziehen. Das hatte die Bezirksregierung Köln dem Kreis Heinsberg am Freitagabend mitgeteilt. Am Sonntagnachmittag um 15.45 Uhr hieß es jedoch plötzlich, dass die Flüchtlinge doch nicht kommen.

Helfer von DRK, THW, Feuerwehr und Maltesern arbeiteten am Wochenende auf Hochtouren, um in den Turnhallen des Berufskollegs Erkelenz eine Notunterkunft einzurichten. Die Anstrengungen waren nun zumindest vorerst umsonst.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Die Bezirksregierung Köln habe dem Kreis Heinsberg am Freitagabend mitgeteilt, dass am Sonntag 210 Flüchtlinge zur Erstaufnahme in den Kreis Heinsberg kommen werden, hieß es in einer Mitteilung des Kreises Heinsberg. Ebenfalls wurde mitgeteilt, dass 300 bis 350 Flüchtlinge in Kürze in Wegberg-Petersholz untergebracht werden sollen.

Diese Flüchtlinge sollten zunächst in den Turnhallen des Berufskollegs Erkelenz an der Westpromenade untergerbacht werden, allerdings nur bis zur Fertigstellung geeigneter Erstaufnahmeeinrichtungen in der Selfkant-Kaserne Geilenkirchen-Niederheid und in Wegberg-Petersholz. In der Selfkant-Kaserne sollen etwa 140 Plätze geschaffen werden, in Wegberg-Petersholz etwa 300 bis 350 Plätze. 

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

"Da zwischen der Benachrichtigung seitens der Bezirksregierung Köln und dem Eintreffen der Flüchtlinge nur rund 48 Stunden liegen, sah sich der Stab des Kreises Heinsberg am Freitagabend gezwungen, quasi über Nacht diese 210 Plätze zu schaffen", heißt es in der Mitteilung des Kreises. Seit Samstagmorgen arbeiteten etwa 40 Bedienstete des Kreises Heinsberg (Verwaltungsmitarbeiter, Techniker, Hausmeister sowie Bauhofmitarbeiter) daran, die beiden Turnhallen des Berufskollegs bis zum Sonntagnachmittag für die Erstaufnahme der Flüchtlinge bezugsfertig zu machen. Unterstützt wurde der Kreis Heinsberg dabei von der Feuerwehr, vom Technischen Hilfswerk (THW), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Malteser Hilfsdienst (MHD), die ebenfalls mit zahlreichen Kräften vor Ort sind. 

Hier gibt es Bilder von den Vorbereitungen in den Turnhallen des Berufskollegs.

Mit dem Eintreffen der Flüchtlinge werde am Sonntagabend gerechnet, hieß es noch am Freitagabend. Die Einrichtung sollte bis voraussichtlich zum Ende der kommenden Woche von Mitarbeitern der Kreisverwaltung mit Unterstützung des DRK und des MHD betrieben werden. Am Montag sollte auch mit der Erfassung der Flüchtlinge sowie den ärztlichen Untersuchungen begonnen werden.

Landrat Stephan Pusch sagte laut Pressemitteilung: "Wir werden alles Menschenmögliche unternehmen, um eine intakte und gut funktionierende Flüchtlingseinrichtung zu schaffen. Ich bitte auch diejenigen um Verständnis, die ansonsten die Turnhalle während des Unterrichts und in ihrer Freizeit nutzen, aber diese für Deutschland, Nordrhein-Westfalen und den Kreis Heinsberg außerordentliche Situation erfordert schnelle und wirksame Hilfe."

Der Unterricht soll im Berufskolleg sollte von der Unterbringung der Flüchtlingen nicht beeinträchtigt werden und am Montag ganz normal weitergehen.

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