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Erkelenz
Für Außenstehende greifbar machen

Erkelenz: Für Außenstehende greifbar machen
FOTO: Klimatisch Erkelenz
Erkelenz. Der Verein "Klimatisch Erkelenz" hat eine Postkarten-Serie herausgegeben, um die Konsequenzen der Braunkohlengewinnung in die Welt zu tragen. Von Andreas Speen

Jeder, der mit weiter angereisten Gästen den Tagebau bei Erkelenz besucht, kennt die Reaktionen: Überraschung, Verstörung, Trauer, Faszination, Unverständnis. Diese Gefühle hat der Verein "Klimatisch Erkelenz" jetzt für eine vierteilige Postkartenserie aufgegriffen, die sich "Post vom Abgrund" nennt.

"Garzweiler II rückt immer näher an Erkelenz heran. Borschemich existiert faktisch nicht mehr, und Immerath besitzt den Charakter eines Geisterdorfs. Ein Blick in den Tagebau ist auf schaurige Art beeindruckend. Trotz Berichterstattung in den Medien und Diskussionen auf politischer Ebene sind die Konsequenzen der Braunkohlengewinnung für die meisten Menschen dennoch nicht sichtbar", erklärt Andreas Schuflitz, der Vorsitzende des "Klimatisch Erkelenz" den Hintergrund einer Postkartenserie, mit der sein Verein die tagebaubedingten Veränderungen in Erkelenz in die Welt hinaustragen möchte: "Wir leben in einer schönen Stadt, doch auch diese sind ein Teil von Erkelenz. Ich wünschte mir, dass möglichst viele Menschen diese Karten verschicken, so dass das hässliche Gesicht der Braunkohle bekannter, für Außenstehende greifbarer wird."

FOTO: Klimatisch Erkelenz

Ein Blick in das Tagebauloch, wo einmal Garzweiler war, die alte und die neue Dorflinde von Borschemich sowie zwei Ansichten aus dem aussterbenden Immerath wurden für die Postkarten von Josef Venedey, Annette Funke und Andreas Schuflitz fotografiert. Ergänzt wurden die Motive mit Grüßen wie "Verlust der Perspektive" oder "Wenn der letzte Baum gefällt ist, stellen wir fest, dass man Geld nicht essen kann". Nicht ausgeschlossen wird vom "Klimatisch Erkelenz", der sich seit dem Jahr 2012 auf lokaler Ebene für den Klimaschutz engagiert, dass die Serie erweitert wird.

Entstanden ist die Idee dazu aus einem Besuch von Freunden. Andreas Schuflitz erinnert sich zurück: "Vor einiger Zeit haben wir Freunden aus Westfalen den Tagebaurand und das vergehende Immerath gezeigt. Sie waren entsetzt, so hatten sie sich das nicht vorgestellt. Daraus entstand beim letzten Treffen der Klimaschützer die Idee, die andere Seite von Erkelenz auf Postkarten zu zeigen."

Verkauft werden die Postkarten zum Preis von jeweils einem Euro im Bioladen Verde (Nordpromenade) sowie in den Buchhandlungen Wild (Markt) und Viehausen (Kölner Straße), der Erlös geht an den "Klimatisch" als gemeinnützige Organisation.

Quelle: RP
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