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Erkelenz
Grüne gegen den Neubau einer Bahnunterführung

Erkelenz. Das Bauvorhaben an der Anton-Raky-Allee beschäftigte die Grünen beim "Politischen Frühlingserwachen". Von Philipp Schaffranek

Die Verkehrspolitik in Erkelenz war vorherrschendes Thema beim "Politischen Frühlingserwachen", zu dem der Grünen-Stadtverband am Wochenende auch den Landtagsabgeordnete Arndt Klocke eingeladen hatte. Der Kölner ist in der Grünen-Landtagsfraktion Sprecher für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung und referierte in Erkelenz über Mobilität im ländlichen Raum.

Vor allem die geplante Erneuerung des Eisenbahntunnels an der Anton-Raky-Allee, Ecke Mühlenstraße bereitet den Erkelenzer Grünen Sorgen, machten sie beim "Politischen Frühlingserwachen" deutlich. Nachdem die Deutsche Bahn erkannt habe, dass der etwa 100 Jahre alte Tunnel sanierungsbedürftig sei, habe die Stadtverwaltung Planungen vorgelegt, die Eisenbahnunterführung zu verlegen und mit einem Fußgänger- und Fahrradwegen auszubauen. Diese Maßnahme solle die Stadt Erkelenz rund 1,55 Millionen Euro kosten. Weiter Kosten würden von der Bahn und dem Land Nordrhein-Westfalen übernommen.

Die Grünen halten den Neubau des Tunnels für verzichtbar, die Bahn solle die Sanierung des alten allein umsetzen. Zwar sei der Tunnel für Radfahrer und Fußgänger nicht sehr attraktiv, diese könnten aber die Unterführung an der Kölner Straße nutzen. Darüber hinaus befürchten die Grünen, würde ein Ausbau des Tunnels das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt erhöhen. Wenn dann auch noch die Einbahnstraßenregelung in der Innenstadt geändert werde, wie von CDU, FDP und Freien Wählern/UWG initiiert, würde der Bahnhofsvorplatz zu einem Knotenpunkt, sorgen sich die Erkelenzer Grünen.

Viel wichtiger wäre es, so die Grünen, das Geld an anderen Stellen zu investieren. Handlungsbedarf sehen sie an der Kreuzung Aachener, Antwerpener und Krefelder Straße. An der Ampelanlage dort komme es zu großen Rückstaus. Hier solle der Bau eines Kreisverkehrs vorangetrieben werden. Für wichtig halten es die Grünen, dass einmal die gesamte Verkehrssituation der Stadt diskutiert werde. "Wir wollen den Verkehr nicht in der Innenstadt haben, wissen aber auch nicht, wie wir ihn nach außen bringen", fasste Hans Josef Dederichs, Sprecher des Stadtverbands, ein Problem zusammen, das seine Partei mit der Erkelenzer Verkehrspolitik habe.

Die Verkehrssituation in Erkelenz gaben die Grünen dem Landtagsabgeordneten Arndt Klocke mit auf den Weg, der sich vor allem die Erneuerung des Tunnels an der Anton-Raky-Allee einmal angucken wolle. Er selbst sprach über Perspektiven der Mobilität auf dem Land. "Der Trend liegt ganz klar in der Multimodalität", sagte Klocke. Der Mix mache gute Mobilität aus. Demnach sei es den Menschen wichtig, wie sie am Besten von A nach B kommen. Und das kann laut Klocke mit Bus, Bahn, Auto und Fahrrad geschehen. Die Aufgabe der Politik sei es, die Infrastruktur dafür zu schaffen. Zwar sei das Auto auf dem Land meist unverzichtbar, jedoch biete auch das Fahrrad als Verkehrsmittel eine "spannende Situation". Auch "Car-Sharing" könnte für eine Kleinstadt wie Erkelenz eine Möglichkeit sein.

Quelle: RP
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