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Erkelenz
Handwerk macht Sprung nach vorne

Erkelenz. Positive Entwicklungen für den Kreis Heinsberg belegt die Herbstumfrage zur Konjunkturlage der Handwerkskammer in Aachen. Die Region liegt in ihrer Bewertung über dem Durchschnitt des Kammerbezirks - zum zweiten Mal in Folge. Von Andreas Speen

Das Handwerk im Kreis Heinsberg befindet sich deutlich im Aufwärtstrend. Dies geht aus der Herbstumfrage zur Konjunkturlage der Handwerkskammer in Aachen hervor. Die Geschäftslage ist gut oder befriedigend meinen aktuell 91 Prozent der befragten Betriebe, während es im Frühjahr 89 Prozent waren und im Herbst vergangenen Jahres erst 84 Prozent. Das Handwerk zwischen Wegberg und Übach-Palenberg machte damit im Kammerbezirk den in diesem Jahr größten Schritt nach vorne. Sein aktueller Zufriedenheitswert liegt als einziger über dem des Vorjahres. Zum zweiten Mal in Folge liegt der Kreis Heinsberg außerdem bei der Bewertung über dem Durchschnitt des Kammerbezirks, der die Lage allgemein einen Prozentpunkt niedriger einschätzt.

"Nach wie vor stehen für das Handwerk alle Ampeln auf Grün. Insbesondere das Bau- und das Ausbaugewerbe geben Gas. Auch die Rückmeldungen aus den anderen Gewerbegruppen zeugen von einem erheblichen Drive", sagte Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, zur Herbstumfrage. Dass die Konjunkturlage nachlässt, sei nicht zu vermuten. "Auch für das Winterhalbjahr werden aufgrund der guten Auftragslage, der anhaltend niedrigen Hypothekenzinsen, der geringen Arbeitslosigkeit und hohen Konsumbereitschaft sowie der im Vergleich zu anderen Ländern günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland gut gehende Geschäfte erwartet." Allerdings trübe der Fachkräfteengpass in immer mehr Gewerken die Chancen auf ein noch höheres Plus in den Kassen der Betriebe. Die Erwartungen für das Frühjahr fielen deshalb niedriger aus.

Der Auftragsbestand stieg im Kammerbezirk kräftig um acht Punkte auf 81 Prozent. 55 Prozent der Unternehmen melden stabile und 26 Prozent gestiegene Auftragsvolumina. Davon hat auch der Gesamtumsatz profitiert. 77 Prozent der Fachbetriebe haben entweder bessere oder gleich hohe Umsätze eingefahren. Die Verkaufspreise im Handwerk blieben mehrheitlich stabil. 21 Prozent der Unternehmen konnten höhere Preise durchsetzen, nur sechs Prozent mussten Nachlässe gewähren. Für das kommende Halbjahr erwarten ebenfalls noch 23 Prozent, dass sie die Preise steigern können, nur sechs Prozent vermuten einen Rückgang. Weiterhin hoch ist die Investitionsbereitschaft in Maschinen, Räume und digitale Ausstattung. Auch das Beschäftigungsklima ist weiter sehr gut. 89 Prozent aller Handwerksunternehmen hielten ihre Mitarbeiterzahl (72 Prozent) oder stellten ein (17). Für das nächste Halbjahr erwarten 12 Prozent eine steigende Zahl an Mitarbeitern. Nach wie vor besteht der größte Bedarf an Fachkräften bei Installateuren und Heizungsbauern, Elektroinstallateuren, Kfz-Mechanikern, Tischlern und Friseuren.

Weiterhin auf Hochtouren läuft laut Handwerkskammer das Bauhauptgewerbe. Stark nachgefragt ist ebenfalls das Ausbaugewerbe. Die Geschäftssituation bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf hat sich weiter verbessert. Nicht ganz gehalten werden konnte der Aufschwung im Kfz-Gewerbe. Das Nahrungsmittelgewerbe blickt wiederum auf ein gutes Sommerhalbjahr zurück. Bei den Meisterbetrieben im Gesundheitsgewerbe sind die positiven Geschäftsbewertungen zwar im Vergleich zum Herbst 2015 um fünf Punkte auf 92 Prozent gesunken, dennoch liegen sie immer noch auf einem sehr hohen Zufriedenheitsniveau. Dagegen beurteilen die Betriebe des personenbezogenen Dienstleistungsgewerbes die aktuelle Lage etwas schlechter.

Quelle: RP
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