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Erkelenz
Technikschüler glänzen mit vielen Ideen

Erkelenz: Technikschüler glänzen mit vielen Ideen
Für diese Art von Kupferspulen haben einigen Schüler(innen) des Berufskollegs ein Schnellspannsystem zum Auftragen von Isolierungen gebaut. FOTO: Jürgen Laaser
Erkelenz. Projektpräsentation von 18 angehenden Maschinenbautechnikern des Erkelenzer Berufskollegs. Firmenvertreter waren angetan. Von Jessica Balleer

In Raum 24 mussten die angehenden Techniker die beiden Kompetenzen nachweisen: teamorientiert und selbstständig. In fünf Teams hatten sie in den vergangenen mehr als acht Monaten an Projekten gearbeitet, die sie nun ihren Auftraggebern präsentierten: Vertretern von Wirtschaftsunternehmen aus der Region.

"Dieser Tag ist ein Höhepunkt der vier Weiterbildungsjahre", sagte Marcel Bauer. Zusammen mit drei Mitschülern hatte er an der Neukonstruktion eines Kastenelevators gefeilt. Diese Aufzüge für Schuttmaterial, wie es an sämtlichen Baustellen zu Tonnen anfällt, galt es zu optimieren, das jedenfalls war die schwierige Aufgabe, die das Dürener Unternehmen "Axmann" im vergangenen Sommer an die angehenden Maschinenbautechniker gestellt hatte.

Alltagsnah und praxisorientiert war die Aufgabe: ein bestehendes Problem erkennen und es mit Hilfe von Wissenschaft und Kreativität lösen. Die 16 jungen Männer und zwei Frauen aus der Klasse der Fachrichtung "Maschinenbautechnik" hatten sich in ihrem letzten Ausbildungsjahr damit beschäftigt. Kastenelevatoren, Buchsentrennvorrichtungen, Gießereitechnik - so unterschiedlich waren die Themen und fertigen Prototypen bei der finalen Präsentation im Erkelenzer Berufskolleg in Aussehen oder Nutzen.

Die Aufträge der Firmen klangen alle ähnlich: mehr Effizienz, mehr Langlebigkeit, niedrigere Kosten. Marcel Bauer, Eduard Hagen, Wilhelm Pfaffenrot und Mustafa Saki hatten bei den "Kastenelevatoren", die Quarzsand in Silos befördern, gleich mehrere Baustellen: "Die Elevatoren nutzen schnell ab, bestehen oft aus Sonderanfertigungen und können gefährlich für Mitarbeiter sein", erklärte Mustafa Saki die Ausgangslage, mit der sie das Dürener Maschinenbauunternehmen "Axmann" im vergangenen Sommer konfrontiert hatte. Die Lösung: Ultra-Schall-Technik, Schutzvorrichtungen und optimierte Behälter für den Sand.

Seitenweise Excel-Tabellen hatte das Quartett erstellt, um den perfekten Prototypen präsentieren zu können. Betreuungslehrer Jens Christiansen honorierte die Arbeit mit der Note "gut". Mindestens genauso wichtig für das Team aber war das Feedback der Firmenvertreter: "Die Ideen sind kreativ und extrem ökonomisch", sagte Thomas Rosenzweig. "Axmann wird die neuen Kastenelevatoren zukünftig nach diesem Konzept umsetzen."

Der 28-Jährige ist Konstrukteur und nahm selbst an dem Abendkurs teil. Seine Gruppe hatte mit ihrem Konzept für einen "Formsandkasten" auch die Gesundheit im Blick: Die monotone, schwere Arbeit mit geformten Sandkernen sollte unter anderem durch eine Optimierung der Arbeitshöhe erleichtert werden. Das Projekt bildet den Abschluss für das Fach "Maschinenbautechnik". Die 18 Auszubildenden verlassen das Berufskolleg als staatlich geprüfte Techniker. Für Marcel Bauer waren die vier Jahre gut investiert: "Wir wurden theoretisch und praktisch sehr gut auf die Situation im Berufsalltag vorbereitet."

Quelle: RP
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