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Euregio Rhein-Waal und Rp präsentieren die Wissensallianz (4)
Bei Fragen im Krankenhaus: Ask Alfred

Euregio Rhein-Waal und Rp präsentieren die Wissensallianz (4): Bei Fragen im Krankenhaus: Ask Alfred
Unterhaltung und Information: Beides ist kranken Kindern bei einem Hospitalaufenthalt wichtig. Die neu entwickele App "Ask Alfred" gibt den jungen Patienten ein vielseitiges Hilfsmittel an die Hand. FOTO: privat
Geldern. Merijn Klarenbeeks Firma "Mind Affect" entwickelt Kommunikations-Software. Die kann zum Beispiel kranken Kindern helfen, besser zu verstehen, was mit ihnen in der Klinik geschieht. Die Wissensallianz hat "Ask Alfred" unterstützt. Von Anja Settnik

KREIS Kleve Längst ist die Nutzung von Elektronik kein Gegensatz zu Kommunikation mehr. Sich austauschen kann man nicht nur in direkter Begegnung von Mensch zu Mensch - obwohl diese Art des Gesprächs im Alltag hoffentlich noch lange der Regelfall bleibt. Aber es gibt Situationen, da kann die moderne Mediennutzung Leute tatsächlich besser zueinander bringen. "Die Grenzen der Kommunikationsformen sind fließend und ergänzen sich", sagt Merijn Klarenbeek, dessen junges Unternehmen "Mind Affect" Dialogsoftware produziert. Das Projekt "Ask Alfred" ist eines von 15 Konzepten, die durch die Wissensallianz Rhein-Waal gefördert wurden. Erste Kunden setzen die Software schon ein, gut möglich, dass in wenigen Jahren auch das Alfred-Jodokus-Kwak-Heim mit dem Programm arbeitet.

Schwer kranke Kinder haben Ängste, die zum Teil auch damit zu tun haben, dass die jungen Patienten einfach nicht wissen, was mit ihnen passiert. Nicht jedem Arzt oder Pfleger ist es gegeben, sich kindgerecht zu erklären, und von den emotional und logistisch stark geforderten Eltern ist dies auch kaum zu erwarten. "An dieser Stelle kann ,Ask Alfred' helfen, denn dort sind Fragen, die fast immer aufkommen, mit leicht verständlichen Antworten zusammengebracht", sagt Klarenbeek. Außerdem dient das Programm natürlich auch zur Unterhaltung im oft langweiligen Krankenhaus-Alltag. Der kleine Computer kann auch vom Bett aus bedient werden und bietet neben Infos Filme, Lieder und Spiele. So funktioniert die Software: "Alfred ist ein digitaler Kumpel, der Kinder von vier bis zwölf in Krankenhäusern hilft. Auf einem iPad können die Kinder der Ente Alfred konkrete Fragen stellen." Und davon gibt es unendlich viele, etwa zum medizinischen Fachpersonal (was macht ein Anästhesist?) oder zu anstehenden Untersuchungen. Weil der Computer vorab den Namen und das Alter des Kindes erfährt, ist die Kommunikation sehr individuell.

Merijn Klarenbeek ist Kommunikationsfachmann. FOTO: privat

Wer "Alfred" ist, muss Niederländern bestimmt nicht, einigen Deutschen vielleicht erklärt werden: eine fröhliche Comic-Ente mit ganz viel Herz, die seit Jahrzehnten aus dem Fernsehen bekannt ist. Ihr Erfinder ist der Liedermacher Herman van Veen, dessen Stiftung nicht zuletzt am Niederrhein aktiv ist. In Goch-Kessel bereitet sie den Bau eines Erholungsheims für schwerkranke Kinder vor. "Das Alfred-Jodokus-Kwack-Haus soll unsere Software nutzen, wie es - in einer Testphase - schon jetzt die Radboud-Universität tut", sagt Klarenbeek. Der dort tätige Prof. Peter Desain hatte sich mit der Bitte, eine entsprechende Interaktions-Software zu entwickeln, an "Mind Affect" gewandt.

Der junge Start-up-Unternehmer Klarenbeek ist froh darüber, dass sein Antrag auf Zuschuss durch die Wissens-Allianz schnell bearbeitet wurde. Was für den 29-Jährigen eine Hilfe war: "Durch die Erstellung eines Geschäftsmodells und die Antragstellung wird man gezwungen, den Plan sowohl inhaltlich, als auch finanziell bis ins kleinste Detail asuzuarbeiten." Und dadurch wächst natürlich die Chance, das Produkt erfolgreich am Markt zu positionieren, enorm. Zumal die kleine Ente Kwak, sollte sie ein Kunde nicht mögen, auch durch eine andere Figur ersetzt werden kann.

Quelle: RP
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