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Straelen
Kampf um Straelens Sekundarschule

Straelen: Kampf um Straelens Sekundarschule
Viel in die Gebäude wie hier an der Fontanestraße in Straelen haben die beiden Schulträger investiert. Es fehlen aber Lehrer. FOTO: Seybert
Straelen. Nach wie vor leidet die von Straelen und Wachtendonk getragene Bildungseinrichtung unter Lehrermangel. Viele Gespräche zwischen Eltern, Politik und Verwaltung. Noch ist keine Lösung in Sicht. Von Michael Klatt

Alarmierend stellte sich die Situation an der Sekundarschule Straelen/Wachtendonk Mitte März dar. In der von beiden Kommunen getragenen Einrichtung fiel wegen Lehrermangels oft Unterricht aus. Seitdem hat es viele Gespräche gegeben. Bisher allerdings ohne durchschlagenden Erfolg.

Laut Mitteilung von Schulpflegschafts-Mitglied Patricia Gerlings-Hellmanns hat sich die Situation seit 2015 stetig verschlechtert. Zum Schuljahresbeginn 2016/2017 wurden wieder einige Stellen nicht besetzt, zudem kamen noch Langzeitausfälle durch unter anderem Krankheit und Elternzeit hinzu. Die Schulleitung versucht seit Wochen, durch Kürzungen in den Nebenfächern den Unterricht in den Hauptfächern zu gewährleisten. Stellvertretende Schulleiterin Katja Pannen: "Wir versuchen, den Stundenplan flexibel zu gestalten und mit den vorhandenen Lehrkräften bestmöglich abzudecken."

Patricia Gerlings-Hellmanns erkennt die Bemühungen der Schulleitung an. Doch: "Wir Eltern wollen uns nicht mehr nur mit einer Notlösung zufriedengeben." Sie verweist auf einen Brief, den sie bereits im Februar an die Bezirksregierung, die Bürgermeister von Straelen und Wachtendonk, die Fraktionen der Schulträger und die Landtagskandidaten des Südkreises schickte. "Ich sehe die Verantwortung ganz klar nicht bei der Schulleitung, diese kann alleine an dem Lehrermangel nicht viel ändern."

Das Problem "Lehrermangel" in NRW sei seit Jahren bekannt und betreffe nicht nur die Sekundarschule Straelen/Wachtendonk. Dennoch wollen sich die Eltern dieser Schule nicht damit abfinden, dass durch Lehrermangel Unterricht gekürzt wird oder gar nicht stattfindet. Bereits 2015 fand ein Gespräch mit Vertretern der Schulpflegschaft, Schulleitung und den Schulträgern mit der Bezirksregierung statt. Grund waren die unbesetzten Lehrerstellen nach mehrmaliger Ausschreibung. Der zuständige Dezernent begründete dies mit einem Mangel an Lehrkräften, auch seien die ländlichen Bezirke für junge Lehrer nicht attraktiv. Schulpflegschaftsvorsitzende Britta Sensen bemängelte damals, dass den Eltern zum Start der Sekundarschulen in NRW seitens der Politik viel versprochen wurde, aber kaum etwas davon auf Dauer eingetreten sei. Dabei habe die Sekundarschule viele Vorteile: kleine Klassen, doppelte Lehrerbesetzung, besserer Personalschlüssel, individuelle Förderung und Inklusion. Die eher kleinen Standorte in Straelen und Wachtendonk bieten fast eine "familiäre" Atmosphäre.

Auf den Brief, mit dem Gerlings-Hellmanns "wachrütteln" wollte, folgten viele Reaktionen. Die Bürgermeister und Räte haben das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Straelens Bürgermeister Hans-Josef Linßen: "Wir haben durch zahlreiche Investitionen in die Gebäude an beiden Schulstandorten, den Bau einer Mensa und der Kinder- und Jugendeinrichtung ,JuSt' in Straelen optimale räumliche Bedingungen geschaffen. Wir werden die Eltern bei ihrem Vorhaben unterstützen." Er betont, dass die Sekundarschule die richtige Schule für Straelen sei.

Die neue Dezernentin der Bezirksregierung machte den Eltern bei einem Gespräch aber wenig Hoffnung, dass sich in absehbarer Zeit etwas ändere. "Positiv hingegen war das Gespräch mit der Landtagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen, Sigrid Beer", sagt Tanja Hermelyn von der Schulpflegschaft. "Sie konnte uns Möglichkeiten nennen, wie man zum Beispiel durch Stellenkapitalisierung und Seiteneinstieg, aber auch durch das Zurückholen von Pensionären das Problem zeitnah entspannen könnte." Auch die Landtagskandidaten von CDU, Grüne und FDP haben Hilfe angeboten. Die Eltern hoffen, dass spätestens zum Schuljahresbeginn 2017/2018 an der Sekundarschule Straelen/Wachtendonk wieder ein geregelter Schulalltag möglich ist.

Quelle: RP
 
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