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Handball
ATV setzt einen feinen Schlusspunkt

Aldekerk. Handball-Oberliga: Die Männer des TV Aldekerk bezwangen TuSEM Essen II mit 33:28. Zur Halbzeit führten sie 18:14. Von Reinhard Pösel

Vor dem letzten Spiel der Saison durfte dann auch noch einmal der langjährige Aldekerker Kapitän und jetzige Sportwart Tobias Culm ins Rampenlicht treten. Allerdings war es nicht mehr die klebrige Kugel, die er in seinen Händen hielt, sondern das Mikrofon. Culm verabschiedete Jens Schnaithmann, der in den vergangenen vier Jahren an der Seite von Cheftrainer Achim Schürmann die Aldekerker Mannschaft gecoacht hatte und immer Gewehr bei Fuß stand, wenn aus personellen Gründen sein Einsatz gefragt war. Berufliche Gründe gaben den Ausschlag dafür, dass Schnaithmann den Platz auf der Aldekerker Bank räumte, den im Übrigen mit Beginn der kommenden Saison Tobias Dickel einnehmen wird - als Spieler und Co-Trainer in Personalunion. Und da "Schnathi", wie er von den Spielern genannt wird, in einer Woche beim Topduell mit dem VfL Gummersbach schon nicht mehr dabei sein kann, wurde er vor dem letzten Ligaspiel am Samstag unter dem warmen Beifall der wieder einmal zahlreichen Zuschauer verabschiedet.

Schnaithmann durfte anschließend im Spiel gegen TuSEM Essen II dann auch noch einmal seine immer noch vorhandenen Qualitäten in der Abwehr zeigen. Seinen Part im Angriff erledigte Christoph Kleinelützum, der im letzten Saisonspiel dann auch seine zwischenzeitlich mal vorhanden gewesene Ladehemmung ablegte und wie zu guten alten Zeiten mit seiner enormen Wurfkraft aus dem Rückraum seiner Mannschaft in schwierigen Phasen des Spiels half.

Doch nicht allein auf der Königsposition lief bei den Aldekerkern im Saisonfinale vieles richtig gut. Auch in der Anfangsphase des Spiels erlebten die Zuschauer eine Mannschaft, die von Lukas Hüller prima gelenkt und deren Aktionen mit einem hohen Tempo versehen wurde. Das war der ATV der letztjährigen Meistersaison. Erst als Hüller bei einer Aldekerker Führung von 6:2-Toren eine Verschnaufpause erhielt, kämpfte sich die junge Essener Mannschaft, die am Anfang ungewohnt viele Würfe vergeben hatte, auf 9:9 (18.) heran. Mehr gelang ihnen allerdings nicht, weil sich die Aldekerker anschließend wieder ihres mannschaftlichen Zusammenspiels besannen, das sie so lange ausreizten, bis sich ihnen eine gute Wurfposition auftat. In den meisten Fällen mit dem Erfolg, dass der Ball im Essener Gehäuse einschlug. Die Zwischenbilanz zur Halbzeit lautete verdientermaßen 18:14 für den ATV.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Essener, die feine Handballer mit in die Vogteihalle gebracht hatten, noch viermal bis auf einen Treffer an den ATV heran: 21:20 (39.), 22:21 (41.), 24:23 (43.) und 26:25 (47.). Insbesondere die letzten beiden Spielphasen, als Essen auf dem Weg zum Ausgleich war, waren dem Umstand geschuldet, da sich der Aldekerker Thomas Jentjens auf der rechten Rückraumposition schwer tat, die Bälle druckvoll aufs Tor zu bringen. Das waren dann die Minuten im Spiel, in denen Kleinelützum einen Angriff nach dem anderen erfolgreich abschloss - und auch Keeper Florian Lindenau aufpasste, als der Gegner mit sieben Feldspielern agierte, um den Bock mit aller Macht umzustoßen. Er warf einen abgewehrten Ball zum 31:25 ins verlassene Essener Tor.

Der letzte Treffer des Abends blieb dann Fabian Schneider vorbehalten, der einen seiner insgesamt vier Siebenmeter in der Begegnung gegen TuSEM zum 33:28-Endstand verwertete. So sicher, so variabel und so gekonnt, wie er es in zahlreichen Spielen während seiner Aldekerker Zeit getan hatte. Und es waren Bälle dabei, die man wohl nur nur mit dem ausgesprochen feinen Händchen dieses Spielers in den gegnerischen Maschen unterbringen kann. Seinen endgültigen Abschied wird sich Fabian "Schrauber" Schneider noch bis zum nächsten Sonntag aufheben, wenn der ATV gegen den VfL Gummersbach den Schlusspunkt unter die Saison setzt.

Es war für den ATV eine Spielzeit mit einigen Tiefs, aber viel viel mehr tollen Momenten. Und vor allem mit einer starken Zielgeraden, auf der die Männer von Trainer Achim Schürmann im allerletzten Moment die Bergischen Panther noch vom zweiten Tabellenplatz verdrängen konnten.

Quelle: RP
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