| 08.36 Uhr

Triathlon
Triathlon-Party und die Frage aller Fragen

Triathleten starten ins Rennen
Aldekerk. 156 Männer, 66 Frauen und 30 Staffeln traten beim 10. ATV-Triathlon am Eyller See an. Der Sieger war genauso überraschend wie der Heiratsantrag, den eine Teilnehmerin bekam. Auch eine RP-Staffel hat erstmals mitgemacht. Von Bianca Mokwa

Kurzes Innehalten, der Läufer nimmt ein Kleinkind auf den Arm und läuft danach bedächtig durchs Ziel. Der Zeitnehmer piept und Kolja Milobinski hält seine Nichte Klara immer noch fest auf dem Arm. "Die soll natürlich richtigen Sport kennenlernen", sagt er lachend und spricht von "sportlicher Früherziehung". Als er das sagt, hat er schon 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen beim 10. ATV-Triathlon am Eyller See in den Beinen, und das in einer Zeit von 54:16 Minuten. Als Vorjahressieger hatte er den Favoritenposten inne. Doch diese Einschätzung winkt er gleich ab.

Er habe in der zweiten Laufrunde Energie rausgenommen, denn für ihn steht noch ein Bundesliga-Rennen an. "Erstmal abwarten, was die zweite Gruppe macht", sagt der 28-Jährige. Denn die 156 männlichen Einzelstarter waren in zwei Gruppen gestartet. Milobinski sollte Recht behalten. Schnellster Mann wurde Alexander Reichmann vom Reeser SC Triathlon mit einer Zeit von 53:51 Minuten. Dritter wurde Malte Ifang vom TuS Breitscheid. Vor drei Jahren ist er schon einmal als Zweiter durchs Ziel gegangen. "Einfach gucken, was so geht", beschreibt er seine Herangehensweise. Auf dem Rad habe er noch versucht, an Milobinski heranzukommen. "Aber er war einfach zu stark und ist mir weggefahren", sagt Ifang. Ganz nah dran an Milobinski war übrigens Mike Jordan vom gastgebenden TV Aldekerk.

So sah der Start der Frauen und Staffeln am Eyller See aus. Die Aktiven dieser Wertungsklassen eröffneten die Veranstaltung. FOTO: Gerhard Seybert

Jordan kam mit einer Superzeit aus dem Wasser und schob sein Rad noch vor Milobinski vom Platz, doch danach verlor er seinen Vorsprung. Jordan zeigt sich aber mit dem neunten Platz zufrieden. "Es war knapp. Ich musste mich ganz schön langmachen", sagt auch die Zweitplatzierte bei den Frauen, Lilli Schneider. "Die Erste war nach dem Schwimmen ganz weit weg, mit der Drittplatzierten habe ich mich beim Radfahren duelliert", sagt die 36-jährige Starterin für den TRC Essen, die zum ersten Mal beim Triathlon am Eyller See dabei war. "Superschöner Wettkampf, das schreit nach einem Wiedersehen", sagt die Starterin aus Mühlheim an der Ruhr. Die Frau vorneweg, das war Vera Jonkhans, die für den TV Goch antrat. Nach 59:13 Minuten ging sie als erste Frau durchs Ziel. "Hat Spaß gemacht, sehr familiär", beschreibt sie ihren ersten Eindruck. Und wie zum Beweis stehen sie und die Zweitplatzierte nach dem Wettkampf zusammen und unterhalten sich. Zu ihnen gesellt sich Annika Spronk (TV Goch), die als dritte Frau durchs Ziel kommt, in einer Zeit von 1:01:30 Stunden. "Es ist immer wieder schön", sagt die Tochter von Läuferin Marianne Spronk. Deswegen habe sie noch eine Freundin aus Holland mitgebracht, die ebenfalls startete. "Am Ende habe ich gemerkt, ich krieg' voll Lust, weiterzulaufen", fachsimpelt sie mit der Erst- und Zweitplatzierten. Auch das ist der ATV-Triathlon. Von Konkurrenzdruck keine Spur. "Die Freiwilligen, die einen anfeuern, das hat man auch nicht überall", betont Annika Spronk. Tatsächlich läuten den ganzen Tag über irgendwo Kuhglocken, Rasseln werden geschwungen und "Du schaffst das"-Rufe den Teilnehmern entgegengerufen.

"Wir sind sehr zufrieden", sagt Tanja Müller vom Orga-Team. Ein besonders großes Lob gibt es für die DLRG. "Die ist einfach toll. Die sind immer mit Spaß dabei." Klemens Molderings vom Orga-Team fand den ersten Kindertriathlon klasse. Das Anfeuern war sehr emotional, die Kinder mit Leidenschaft dabei. Für ihn gab es nur einen einzigen Wermutstropfen. Als Triathlet ist er im normalen Wettkampf gestartet, hat aber abgebrochen, als es eine Karambolage von zwei Radfahrern gab. "Halt an!" ging es ihm durch den Kopf. "Wenn du vorne mitfahren willst, tut das auch ein bisschen weh", sagt er noch, weil für ihn mit der Hilfsaktion der Wettkampf zu Ende war. Für seine Entscheidung bekommt er aber jede Menge Lob und Schulterklopfen.

Entscheiden musste sich auch die Läuferin der Staffel 15. Im Ziel warteten nicht nur kühle Getränke (eine Flasche Champagner ist dort auch gesichtet worden), sondern auch Michael Laurer. Der Mann, der als Helfer in der Wechselzone dank vieler Luftballons auf dem Kopf nicht zu übersehen war, stellte die Fragen aller Fragen: "Du würdest mir eine große Freude machen, wenn du mich heiraten würdest." Wieder Umarmungen und die Antwort von Sandra Szittke, die zum allerersten Mal an einer Staffel teilnahm, lautete: Ja! Wie es weitergeht erfahren wir vielleicht im nächsten Jahr. Sicher ist: Es gibt einen 11. ATV-Triathlon.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

ATV-Triathlon 2017 am Eyller See: Party und die Frage aller Fragen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.