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Handball
ATV verpasst Remis um zwei Sekunden

Aldekerk. Handball-Oberliga Männer: Der TV Aldekerk unterlag gestern Abend auf der Margarethenhöhe im Essener Süden der Zweitvertretung von TuSEM unglücklich mit 34:35 (18:17). Der entscheidende Treffer fiel kurz vor der Schlusssirene. Von Reinhard Pösel

Die Spiele der Aldekerker Oberliga-Handballer mit der Reserve von TuSEM Essen warenin der jüngeren Vergangenheit häufig von exzellenter Qualität. Nicht anders war das gestern Abend in der Sporthalle am Lührmannwald, wo sich der Gastgeber mit vollen Händen aus ihren Bundesligakadern der Senioren und A-Junioren bediente. "Das geben die Regeln halt her", ergab sich Achim Schürmann in das Schicksal. "Ob wir das gut oder weniger gut finden, steht dabei nicht zur Debatte", ergänzte der Aldekerker Trainer, der augenscheinlich mit den Statuten leben kann. Unter diesen Bedingungen habe seine Mannschaft gegen eine top-besetzte Essener Mannschaft ein "bombastisches Spiel" abgeliefert. "Physisch wie mental war das ein Hammerspiel", sagte Schürmann, der trotzdem mit dem Umstand leben musste, dass sein Team Sekunden nach dem Ausgleichstreffer zum 34:34 mit der Schlusssirene noch die 34:35-Niederlage quittieren musste.

So schmerzlich eine auf diese Weise zustande gekommene Niederlage auch ist, sie gehöre zum Sport und damit könne er umgehen, begann Schürmann seine Ausführungen zum Spiel. Womit er sich aber überhaupt nicht abfinden wollte, war die unzureichende Leistung des Schiedsrichtergespanns Ludmilla Kinsvater und Christian Wolff. "Zwei spielentscheidende Situationen haben die beiden gegen uns entschieden", meinte Schürmann. Er hob zunächst auf die ungleiche Verteilung der Zeitstrafen ab. "Während die Schiedsrichter bei uns schon nach leichtem Trikotziehen Zeitstrafen verhängten, haben sie sich das auf der Gegenseite bei vergleichbaren Aktionen bis zur 45 Minuten nicht getraut."

Doch was nach Meinung des Aldekerker Trainers dem Fass vollends den Boden ausschlug, spielte sich fünf Minuten vor dem Ende ab. Bei einem Versuch der Essener, per "Kempa" zum Torerfolg zu kommen, unterband Tobias Dickel den Laufweg des in dieser Passkette entscheidenden Essener Spielers. Doch statt beim Spielstand von 32:32 auf Ballbesitz für Aldekerk zu entscheiden, gaben die Schiedsrichter Siebenmeter und Zeitstrafe gegen Dickel. Der Aldekerker Rechtsaußen räumte nach dem Abpfiff eine leichte Berührung des Gegenspielers ein, die "aber kein Grund war, so spektakulär abzuheben, wie das der Essener Spieler tat", so Dickel. Aus dem Gegenzug und dem daraus möglicherweise resultierenden Führungstreffer der Aldekerker zum 33:32 wurde also nichts, stattdessen ging TuSEM Essen nach dem verwandelten Strafwurf in Führung und durfte zwei Minuten in Überzahl spielen.

Wie bereits beim 22:27-Rückstand in der 43. Spielminute, als der ATV bei postwendenden Gegentreffern nicht viel zustande brachte, verlor er auch jetzt in der Schlussphase nicht seine Linie. Er setzte ein weiteres Mal zur Aufholjagd an. Zweimal holten die Grün-Weißen den Rückstand auf. Zunächst markierte Jonas Mumme nach einem traumhaft schönen Anspiel von Fabian Schneider den Ausgleich zum 33:33. Beim zweiten Mal standen auf der Uhr noch 15 Sekunden Spielzeit, als sich Fabian Schwartz aus dem Rückraum ein Herz fasste und den Ball zum 34:34 in die Essener Maschen schickte.

Der Punkt schien den Aldekerkern zum Greifen nahe zu sein, doch verloren sie beim letzten Angriff der Essener die Kontrolle über ihr Abwehrspiel, so dass TuSEM kurz vor der Schlusssirene noch der 35:34-Siegtreffer gelang. "Wenn man meiner Mannschaft etwas ankreiden möchte, dann war das die letzte Aktion in diesem Spiel. Da hat sie sich nicht clever verhalten", sagte Schürmann, der trotz der Niederlage im letzten Spiel des Jahres mit erkennbarem Stolz auf die Entwicklung seiner Mannschaft blickte.

"Wir erleben zwar anders als in der vergangenen Saison den Jahreswechsel nicht als Tabellenführer, trotzdem muss ich feststellen, dass sich die Mannschaft sehr gut weiter entwickelt hat", zog Schürmann ein positives Fazit der Hinrunde. Eine Einschränkung machte er dann aber doch, als er anmerkte, dass in der Bilanz eine Niederlage zu viel stehe. Doch die Schlagdistanz zur Spitze sei immer noch vorhanden.

Quelle: RP
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