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Handball
Bronze-Junge aus Rio sieht ein Debakel

Handball: Bronze-Junge aus Rio sieht ein Debakel
Für Lena Heimes und ihre Mitspielerinnen waren die Kontrahentinnen vom Zweitligisten HSG Bensheim/Auerbach eine Nummer zu groß - im wahrsten Sinne des Wortes. FOTO: Markus van Offern
Aldekerk. DHB-Pokal der Frauen: Handball-Europameister Julius Kühn drückte gestern seiner Schwester Pia und den Frauen des TV Aldekerk vergeblich die Daumen. Der Drittliga-Neuling verlor gegen den Zweitligisten HSG Bensheim/Auerbach 17:36. Von Carsten Bleckmann

Erste Runde um den Deutschen Handball-Pokal der Frauen: TV Aldekerk - HSG Bensheim/Auerbach 17:36 (10:16). "Wenn es am Ende acht oder zehn Tore Unterschied gewesen wären, wäre das in Ordnung gewesen." Julius Kühn, frischgebackener Bronzemedaillengewinner von Rio, verfolgte das Spiel des ATV-Teams um Schwester Pia in der Vogteihalle und konnte den Klassenunterschied nicht übersehen.

Das Topteam der Zweiten Liga nahm die Partie von Beginn an ernst und zog mit einem auch in der Höhe verdienten Sieg in die nächste Runde ein. "Wir waren gewarnt", sagte Gästetrainerin Heike Ahlgrimm nach dem Abpfiff, "gestern ist ein Zweitligist gegen eine klassentiefere Mannschaft ausgeschieden, das sollte uns nicht passieren." Dabei war es in den ersten dreißig Minuten noch recht knapp gewesen, die sechs Tore zum Pausenpfiff waren ein moderater Rückstand für die Gastgeberinnen.

Nur selten hatten die Gäste nach der vierstündigen Anreise im Bus bis dahin ihr Können aufblitzen lassen und dem ATV das Dranbleiben ermöglicht. Nach dem Pausentee war es mit den Gastgeschenken schnell vorbei. Die HSG kam mit Pfeffer aus der Kabine und legte schnell elf Treffer vor. "Es war natürlich ein Vorteil für uns, dass bei uns jede Position doppelt besetzt ist und ich fast komplett durchwechseln konnte", sagte Ahlgrimm, die auf 90 Länderspiele für Deutschland zurückblicken kann. Als beim ATV dann auch noch Pia Kühn verletzt ausschied, fehlten den Gastgeberinnen ein Aktivposten im Angriff und die Tore aus der zweiten Reihe. Die HSG dagegen ging weiter hohes Tempo und legte Tor um Tor drauf. Falls es im Vorfeld Anhänger des ATV gegeben hatte, die an eine Sensation geglaubt hatten, so waren diese schnell ernüchtert. Während bei den Gastgeberinnen die Kräfte schwanden, zeigten die Gäste ihre Klasse und spielten ihren Streifen konzentriert herunter. "Das war heute sehr deutlich", sagte ATV-Trainerin Dagmara Kowalska, die vor allem in der ersten Hälfte mit den vielen technischen Fehlern ihrer Mannschaft haderte. "Wir haben von Beginn an zu viel Respekt gehabt, nachher hatten wir dem starken Gegner nichts mehr entgegen zu setzen." Bensheim kam zum Kantersieg und hinterließ eine Aldekerker Mannschaft, die um eine Erfahrung reicher geworden ist. "Das ist aber kein Beinbruch", sagte Kowalska, "wir müssen dieses Spiel abhaken und uns auf den Saisonstart n konzentrieren. Dieser übermächtige Gegner war kein Maßstab."

TV Aldekerk: Steller, Cengiz, Schindowski - Kühn (5), Heimes (3), F. Huppers (3/1), Rütten (2), A. Huppers (2/1), Beyer (1), Rottwinkel (1), Akeredolu, van Neerven, Kunert, Bleckmann.

Quelle: RP
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