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Wasserball
Die Skipper mit der Fernbedienung

Wasserball: Die Skipper mit der Fernbedienung
Eine Regatta, bei der die Kapitäne an Land bleiben. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Der Gelderner Heidesee ist ein beliebter Treffpunkt der "Radio-Control-Segler". Bei der Regatta der WSG Gelderland kämpften die Starter am Wochenende um wertvolle Ranglistenpunkte. Dabei geht's auf dem Steg nicht immer leise zu. Von Patrick Deckers

Wie Segel auch mit einer Fernsteuerung richtig gesetzt werden können, zeigten am Wochenende die Experten bei einer Ranglisten-Regatta am Gelderner Heidesee. In spannenden Wettkämpfen im "Radio-Control-Segeln" sammelten Starter aus ganz Deutschland und den Nachbarländern Punkte, um ihren Ranglistenplatz in der Klasse "IOM" zu verbessern. In der beliebtesten der insgesamt drei RC-Bootsklassen dürfen die ferngesteuerten Segelboote nur einen Meter lang und etwa 1,80 Meter hoch sein.

Vor sieben Jahren haben die RC-Segler bei der Wassersportgemeinschaft Gelderland eine sportliche Heimat gefunden. Aktuell lassen 20 Mitglieder ihre Boote zu Wasser und bilden damit die größte RC-Abteilung in Deutschland. "Es ist einfach ein schönes Hobby. Man hält sich an der frischen Luft auf. Und es macht Laune, sich mit Gleichgesinnten zu messen", versichert Siegfried Gierse, Abteilungsleiter der Gelderner RC-Segler.

Das Gemeinschaftsgefühl ist zwar groß. Doch bei den Ranglisten-Regatten kommt die sportliche Rivalität nicht zu kurz. Nach dem Startschuss schickten die Skipper an Land ihre Flitzer von Boje zu Boje. Die Kurven müssen möglichst scharf genommen werden, um eine schnelle Zeit zu erzielen. Das Regelwerk untersagt die Berührung der Bojen und anderer Boote.

Auf dem Steg wird es auch schon einmal etwas lauter, wenn sich die kostbaren Sportgeräte der Starter in die Quere kommen. "Die Boote sind teuer. Da wird man bei riskanten Manövern schon mal etwas nervös", weiß Gierse aus eigener Erfahrung.

Am Ufer des Heidesees stand für die meisten Teilnehmer am Wochenende einiges auf dem Spiel. Denn die Rangliste des Deutschen Segler-Verbandes entscheidet darüber, wer beispielsweise bei Welt- und Europameisterschaften mitmachen darf. Dieses Ziel verfolgen in dieser Saison vier Mitglieder der Wassersportgemeinschaft Gelderland. Darunter Dieter Junker, der momentan in der "IOM"-Rangliste auf Platz 16 geführt wird. "Die Qualifikation für eine Deutsche Meisterschaft ist recht unproblematisch. International sieht's etwas anders aus. Bei Europa- und Weltmeisterschaften gibt's in der Regel nur zwei oder drei Startplätze für deutsche RC-Segler", erklärt Junker.

Der erfahrene Gelderner hat in seiner Laufbahn bereits an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen. "Um bei solchen Titelkämpfen eine gute Rolle spielen zu können, muss man sehr viel trainieren. Denn das Niveau ist hoch", betont Junker. Der Lokalmatador hatte im Vorfeld der Regatta seine Hausaufgaben gemacht und zeigte am heimischen Gewässer ein geschicktes Händchen. In der Gesamtwertung landete Dieter Junker als bester WSG-Starter vor seinem Vereinskameraden Gerd John auf Rang acht.

Der Sieg ging an Oliver Weiss (Vereinigung der Modellyacht-Segler) vor Jürgen Peters (Modellbau Rodenkirchen) und dem Niederländer Huub Gillissen. Platz 15 sprang unter dem Strich für den Gelderner Horst Bühl heraus.

Quelle: RP
 
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