| 15.19 Uhr

Radsport
Ein Holländer fliegt allen davon

Mit einem beherzten Ausreißversuch entschied Dany Stam das Hauptrennen bei der "Nacht von Geldern" für sich. Der Tscheche Vladi Riha, der im Trikot der Rheinischen Post fuhr, sicherte sich den Gesamtsieg im Sparkassen-Giro 2009. Von Markus Haegert

In der fünften Auflage der "Nacht von Geldern" heißt der Sieger erstmals nicht Bruno Risi oder Alexander Aeschbach. Dany Stam gewann bei seinem Geldern-Debüt das Straßen-Radrennen in der Innenstadt dank eines behrzten Ausreißversuches, den er nach 90 Minuten Fahrt sieben Runden vor dem Ende unternahm. Damit machte der 37-Jährige seinem Ruf als "Fliegendem Holländer" alle Ehre.

Den Gesamtsieg in der Wertung zum Sparkassen-Giro 2009 sicherte sich Vladi Riha: Dem Tschechen im Trikot der Rheinischen Post reichte gestern Abend der vierte Platz vor seinem ärgsten Widersacher Leif Lampater aus Stuttgart. Riha gewann damit die Drei-Städte-Tour über den Niederrhein, ohne ein einzelnes Rennen für sich entscheiden zu können.

"Es war ganz schwere Arbeit, ich hatte ganz schön Schmerzen in den Beinen", sagte ein erschöpfter, aber glücklicher Dany Stam im Ziel und bedankte sich artig: "Aber das Publikum hat mich durchgebracht." Bruno Risi blieb dagegen ein Triumph beim letzten Auftritt seiner Karriere in Geldern verwehrt: Der 38-jährige Schweizer versuchte gemeinsam mit Andy Beikirch noch, den Niederländer einzufangen. Es reichte für den Vorjahressieger jedoch nur zum zweiten Platz vor Beikirch.

Sieben Favoriten im Endspurt

Zuvor hatte die Rennjury entschieden, zehn Runden vor dem Ende das Hauptfeld rauszunehmen, im Fachjargon: "abspurten" zu lassen. Sieben Fahrer hatte sich bis dahin eine Runde Vorsprung gegenüber dem Rest der Konkurrenz erarbeitet. Zunächst waren gegen Mitte des Rennens Vladi Riha und Leif Lampater enteilt und hatten sich wieder an den Schwanz des Pelotons geheftet. Später gelang das auch einem fünf Fahrer starken Verfolgerfeld bestehend aus Dany Stam, Andy Beikirch, Bruno Risi, Alexander Aeschbach und Robert Sydlik. Der 20-Jährige vom Team NRW war als Träger des Gelben Trikots nach Geldern gekommen. Der Sieger von Emmerich am Vorabend hatte in der Gesamtwertung einen Punkt Vorsprung vor Vladi Riha. Der wurde jedoch nach dem Rennen am Donnerstag als Führender ausgegeben und auf der Bühne gefeiert. Der Fehler fiel erst einige Zeit später auf. "Wir haben uns einfach verrechnet", entschuldigte Organisator Michael Zurhausen.

Auch im Einzelzeitfahren zum Auftakt des Rennabends wurde Vladi Riha seiner Favoritenrolle gerecht – wie im Vorjahr in Geldern und wie auch am Abend zuvor in Emmerich. Für die 800-Meter-Runde benötigte der Bremer lediglich 58,22 Sekunden. Riha unterbot die bis dahin vorliegende Bestzeit von Ben Sydlik aus dem Team NRW um 15 Hundertstelsekunden. Dritter wurde der Bochumer Florian Schweter in 58,46 Sekunden. "Dabei habe ich in der ersten Kurve etwas versteuert", sagte ein lockerer Sieger im Ziel. "Ich habe mir auch einige Kräfte für das Hauptrennen gespart." Das war letztlich auch bitter nötig.

Der Beginn des Rennens gehörte allerdings einem Lokalmatadoren: Der Gelderner Mirko Brinkmann hatte sich durch seinen Sieg beim Rennen in Borken für die "Nacht von Geldern" empfohlen. Und der 27-Jährige fuhr im Trikot der RSG Straelen gleich den arrivierten Profis davon, sicherte sich nach wenigen Runden die erste Sprintprämie und ließ sich von den Zuschauern gebührend feiern.

Quelle: RP
 
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